Zerschnittene Kunstfreiheit

Die Rechte der Waffenindustrie gegenüber der Freiheit der Kunst, grundgesetzlich verankert, in den KunstWerken Berlin anschaulich zu besichtigen:

Artikel heute in den großen Tageszeitungen, darunter:

taz: Panzerproduzent sieht Ansehen bedroht

Badische Zeitung: Künstlerinitiative beleuchtet Besitzverhältnisse bei KMW

Kulturzeit (3sat): Klage gegen Kunstprojekt

WAZ: Dämpfer für "25.000 Euro"

Süddeutsche Zeitung: Panzerhersteller geht gegen "Kopfgeld" vor

Auch im Internet tobt ein Sturm des Protests. Hier einige Auszüge:

Verkehrte Welt! Eigentlich müsste doch gegen die Waffen-Fuzzis geklagt wegen "Produktion von Mordmitteln".

Dietmar B.

 

‎1.248,31 Euro für eine Abmahnung? ein Antrag auf einstweilige Verfügung kann teurer werden, gerade dann wenn eine solche Kampagne mit Erfolg mit Umsatzeinbussen einhergeht. Liegt der Streiwert bei 600 Mio. - müsst ihr nach Brago lebenslänglich nach dehren Kostenfeststellungsbeschlüssen zahlen. Üblicherweise ist dies dann "nur" ein Zivilverfahren... und das Morden mit den Waffen geht weiter.

Michael M.

Was ist den das aber auch für eine Moral? Wenn ich tagsüber Brände erzeuge und Menschen verbrenne und dann in meiner Freizeit der 2. oder 3. Ehrenvorstand eines Brandopferhilfevereins bin?

Richard G.

Diese Anklage ist eine Verachtung der Menschenrechte in Deutschland, wenn Millionäre und Waffenhändler sich nicht an das Grundgesetz halten müssen, wieso dürfen auf linken Demos keine Autos brennen? Was soll das bitte für ein moralisches Vorbild in dieser Gesellschaft sein, in der Gesetze nur für den Pöbel gelten, aber die Oberschicht machen kann, was sie will?

Arist Oteles

Interessant, dass man heutzutage Klagen kann, wenn einem das eigene Spiegelbild nicht passt. Zumindest, solange man genug Geld hat.

André R.

Ich habe gestern an das Zentrum gespendet und laut Statistik haben sie bisher weniger als 1'000 Euro erhalten. Davon kann man keinen Rechtsstreit gegen die Waffenindustrie finanzieren. 

Florian P.

Wenn es der Familienkünstler wirklich ehrlich meint, dann sollte er finanziell die Unterstützung aufbringen. Das Vermoegen sollte ja vorhanden sein. Bleibt die (moralische) Frage, ob ihr das Geld dann annehmen könnt.

Christoph K.