Fliegt Burkhart von Braunbehrens jetzt auch bei den GRÜNEN raus?

Für Burkhart von Braunbehrens kommt es immer dicker. Nach seinem Rausschmiss aus sämtlichen Gremien von KMW und seiner kurz bevorstehenden Enteignung, ist offenbar auch die Partei Bündnis 90/Die Grünen nicht mehr bereit, den von Burki in den Medien vorgetragenen Scheinhandlungen Glauben zu schenken. Burkhart von Braunbehrens hatte wiederholt behauptet, gegen den Waffendeal mit Saudi-Arabien zu sein, aber in auch klar gesagt, dass das Äußerste, was er zu tun bereit sei: "weiterhin zu sagen, dass ich das Geschäft missbillige!" (SWR 1 Interview). Das erschien auch den Grünen als Zumutung. In einem Sitzungsprotokoll des örtlichen Kreisverbandes, das uns vorliegt, heißt es lapidar:

Der Kreisvorstand distanziert sich von diesem Mitglied und seiner Art Geld zu verdienen, was unserer Ansicht nach mit einer Mitgliedschaft bei den Grünen nicht vereinbar ist.

Heute im Tagesspiegel: Die Panzerfamilie Braunbehrens – Ein großartiges deutsches Sittenbild

Heute veröffentlichte der Tagesspiegel eine lange recherchierte Geschichte über die Panzerfamilie Braunbehrens. Hier ist der Artikel abrufbar (Druckfassung). Darin kam unter anderem heraus: Volkmar von Braunbehrens (Der Humanist) und Burkhart von Braunbehrens (Der Künstler) sind zweieiige Zwillinge.

Und auch in die SS-Vergangenheit des Vaters, Hans von Braunbehrens, kommt Licht:

Die Spurensuche führt zum Vater. Hans von Braunbehrens, 1901 in eine Juristenfamilie hineingeboren. Er arbeitete als Radiologe an der Universität Freiburg, später war er Professor in München. Ein umtriebiger Mann, der sein Geld in Industrieunternehmen steckte, mit 70 trat er noch auf Aktionärsversammlungen auf. Aber es finden sich über ihn auch Dokumente im Universitätsarchiv Freiburg, die Entnazifizierungsakte. Aus ihr geht hervor: Hans von Braunbehrens, der Mediziner, war Oberscharführer bei der SS. Ein höherer Rang. Eingetreten ist er 1933, „aus idealistischer Einstellung heraus“, wie es in der Akte heißt.

 

Ein Artikel aus THE ART NEWSPAPER zu unserer Aktion: Documenta ignores Kassel's bloody history

 

Das Wort vom Sonnabend

 

Sehr geehrter Burkhart von Braunbehrens, lieber Burki (ich darf Sie doch so ansprechen),
 
Sie schreiben auf ihrer Internetseite, dass das Zentrum für Politische Schönheit, namentlich erwähnen Sie den Herr Ruch (mit Ausrufungszeichen), Ihre „Reputation und die Integrität“ Ihrer „Familie und weiterer Personen im Internet ausgesetzt (hat) und damit begonnen (hätte), diese zu beschädigen“.
 
Zunächst ein kleiner Diskurs über Kausalität: Kausalität bezeichnet die Beziehung von Ursache und Wirkung, zuerst steht die Ursache, die eine Wirkung hat; jede Wirkung hat eine Ursache. Da Täter i.d.R. dazu tendieren, sich selbst und gegenüber der Öffentlichkeit gerne zum Opfer zu stilisieren – das ist zuerst ein natürlicher Reflex (Kausalität), ähnlich dem des Insassen einer Justizvollzugsanstalt, der seinem natürlichen Reflex folgt, ins Freie zu gelangen; weshalb Ausbruchsversuche aus dem Knast auch juristisch nicht belangt werden und somit straffrei bleiben. So ist eben Ihr Versuch, diejenigen zu diskreditieren, die Sie aus Ihrer Sicht diskreditieren, zuallererst menschlich, nachvollziehbar; nur wenige Menschen bringen den Mut auf, sich einzugestehen, dass sie nicht der sind, der sie gerne wären, zu sich selbst zu sagen: Ja, ich bin ein schlechter Mensch – sich also selbst einen universell moralischen Wert abzusprechen.
 
Aktuell auch zu beobachten in der Diskussion um die Penisverstümmelung kleiner Jungen, die Täter wähnen sich durch ein Urteil eines Amtsgerichts, in dem die religiöse Beschneidung als Straftat gewertet wird, in die Illegalität gedrängt, stellen also den Gewaltakt als Straftat selbst nicht in Frage, sondern die Illegalisierung desselben. Das hat Methode, hier wird die Kausalität pervertiert, wie eben auch Sie versuchen, die Kausalität zu pervertieren, denn das Beschädigen der Reputation und der Integrität Ihrer Familie, fand nach dem Prinzip der Kausalität, also ihren Ursprung nicht in dem Umstand, dass das Zentrum für Politische Schönheit Ihre monetäre Partizipation an der Waffenschmiede Krauss-Maffei Wegmann öffentlich machte, sondern an Ihrer Beteiligung an Krauss-Maffei Wegmann selbst. Schauen Sie sich doch das Foto auf Ihrer Internetseite nochmal genau an! Der Panzer, vor dem Sie posieren steht auf dem Kopf, so wie Ihr Versuch, mit Hilfe Ihrer besonderen Wahrheit, Ihre „Reputation“ wieder herzustellen, indem Sie verhindern wollen, dass eine Wahrheit von allgemeiner Gültigkeit öffentlich wird. Die Panzer, an denen Sie Millionen Euro verdienen, stehen nicht auf dem Kopf, die rollen gegen Menschen!
 
Wenn Sie, lieber Burki, für Ihr „Tun und Lassen voll“ einstünden, wie Sie auf Ihrer Internetseite propagieren, dann würden Sie nicht juristisch gegen das Zentrum für Politische Schönheit vorgehen, weil dieses nichts macht, was nicht der Wahrheit entspräche, die ihren Ursprung, ihre Kausalität eben in Ihrem eigenen Handeln hat, lieber Burki.
 
 
Liebe Grüße
Ihr Thomas Sonnabend
 

Burkhart von Braunbehrens kurz vor Enteignung!

Burkhart von Braunbehrens steht laut Informationen der BamS vor der unmittelbaren Enteignung beim Panzerhersteller KMW. Zwar besitzt Braunbehrens nicht "weniger als 1 Prozent", sondern mindestens 3, dennoch:

Wie BILD am SONNTAG aus Firmenkreisen erfuhr, prüfen derzeit Rechtsanwälte in Köln, Hamburg und München, wie Braunbehrens zur Aufgabe seiner KMW-Anteile gedrängt werden kann. Notfalls könne der widerspenstige Gesellschafter mit einer Schadenersatzklage in Millionenhöhe zum Einlenken gezwungen werden, heißt es.

Burkhart von Braunbehrens, der immer noch hartnäckig versucht, die Presse mit der Geschichte hinters Licht zu führen, er würde den Deal aufhalten (wie, mit Gerede? - nein, mit seiner rechtsverbindlichen "Mißbilligung") und mit wirren Anekdoten, wir hätten unsere eigene Veranstaltung mit ihm abgesagt (Burkhart von Braunbehens gegenüber dem Veranstalter, den KunstWerken Berlin: "Ich darf mich nicht öffentlich äußern. Ich kann frühestens in einer Woche." (was er sogar in Leserbriefen in der Presse verbreitet, siehe: hier), scheint nun endgültig auf der Abschussliste der Waffenfamilie zu stehen.

Der mit dem Rausschmiss betraute Anwalt dürfte - wie bei allen Herzensangelegenheiten von Manfred Bode (siehe diesen Capital-Artikel) Michael Abels sein.

Rentner stürmen KMW-Zentrale in Berlin!

In Berlin kam es gestern während der üblichen rituellen Protestkundgebungsfloskeln ("Leo an die Kette!" - sehr originell) zum spontanen Sturm auf die Hochburg von Krauss-Maffei Wegmann: die Lobbyzentrale des Panzerherstellers direkt neben Deutschen Bundestag (Pariser Platz 6A) wurde vorwiegend von empörten Rentnerinnen und Rentnern gestürmt.

Zunächst sollte es eine der müden und lahmen "Besetzungen" vor dem Haus werden. Aber dann entschieden sich die älteren Semester, unter unserer tatkräftigen Mithilfe (unser Chefunterhändler macht sich im Bild oben schon mal an der Tür zu schaffen, während die anderen noch posieren), die politische Handlungslähmung der Veranstalter zu durchbrechen und das Büro direkt zu besetzen. Die Rentner konnten nur noch von den dicken Panzertüren des Büros aufgehalten werden. KMW-Mitarbeiter, die sich dahinter verschanzt hatten, sollen aus den Fenstern um Hilfe gerufen haben. Weitere Details finden Sie heute in der Tagespresse, u.a. in der taz: Protest gegen Waffenfirma: Wir wollen die Verträge sehen!

 

Sturm der KMW-Zentrale in Berlin. Durchschnittsalter: 75.

Offenbar der Sondergesandte der Bundesregierung mit einem vergrößerten "Betriebsunfall" von Manfred Bode, einem Foto des KMW-Firmenpatriarchen.

Die vom Zentrum für Politische Schönheit spontan gewählte Sprecherin des neuen Widerstands gegen die Panzerlieferungen nach Saudi-Arabien in Deutschland. In Presseberichten wird sie bereits mit Gräfin Dönhoff verglichen.

Sollten Sie die 70 Jahre überschritten haben und sich spontan zu einer Erstürmung entschliessen (wir schreiben hier extra größer als üblich für Sie!), das Büro von KMW finden Sie jederzeit am Pariser Platz 6A, D-10117 Berlin.

 

KMW-Mitarbeiterzeitung im Internet aufgetaucht!

LEO INSIDE, so heißt offenbar die Mitarbeiterzeitung von KMW, die neben immer wieder neuen Fotos des durchaus medienbewussten Noch-Geschäftsführers Frank Haun neben selbstlobtriefenden Unternehmensinformationen veröffentlicht. Der Blogger Klardenker Esslingen a.N. hat die Mitarbeiterzeitung, deren Existenz bislang streng geheim war, hier veröffentlicht:

seit diesem Jahr fördert der Rüstungskonzern mit dem Kinderbetreuungszuschuss junge Familien, damit Väter und Mütter noch gelassener vom Panzerbau profitieren können. Die Ausweitung von 270 auf jetzt möglicherweise 800 Leopard-2-Panzern an Saudi Arabien muss schließlich irgendwie bewältigt werden, da wird jeder Mann und jede Frau benötigt. Die perfide Selbstdarstellung auf acht Hochglanz-Seiten wurde übrigens durch Sie gefördert, liebe Steuerzahler!

 

EXKLUSIV: Interview mit angegriffener Künstlerin

Im Internet rumort es gewaltig. Deutschland fiebert seinem ersten eigenen Pussy-Riot-Prozess entgegen: eine schwerreiche Waffenhändlerin aus München will ein Trashvideo aus Youtube verschwinden lassen. Die Macherin soll wegen Rowdytums und religiösem Hass ins Gefängnis - oder war das der russische Ableger? Nach der gestrigen Androhung rechtlicher Schritte von Vera von Braunbehrens gegen das Internet-Kultvideo Schnuppivera auf Youtube, explodieren dessen Zuschauerzahlen. Hunderte Tweets, unzählige Blogeinträge, besser als mit Zensurversuchen lässt sich die Netzgemeinde kaum aufscheuchen. Ein Video, das sonst kaum Aufmerksamkeit gefunden hätte, wird jetzt hoch und runtergespielt und von Tausenden genüsslich seziert. Über Nacht klonte es sich auch digital - mit Ablegern auf Internetseiten, die für deutsche Rechtsanwälte kaum erreichbar sein dürften. Auszüge der Youtube-Kommentatoren:

Hätte die gute Frau nicht diese Klage rausgehauen, hätten es villeicht 1-2k Leute gesehen, jetzt werden es viel mehr sehen und das Video wird auch nie mehr aus dem Netz verschwinden. Da helfen ihr jetzt auch keine Millionen von blutigen Euronen mehr.

Unglaublich, sein Geld mit Waffen in Kriegsgebieten verdienen und dann mit dem Geld und entsprechenden "Anwälten" gegen Künstler vorgehen, die sich für Frieden und Menschenrechte einsetzen. *PFUI* Frau Braunbehrens!

Hammer!!!!111elf ROFL *Tränen aus den AugenWisch* Voll durchgehalten, Eisenhart durchgezogen ... Muhahaha ... das Röcheln am Ende .... neee wie geil.

Und auch bei Facebook laufen die Drähte heiß:

Mit jeder Abmahnung erfahren mehr und mehr Menschen von den Waffenhändlern aus unserer Mitte! Macht weiter so! Nie wieder Krieg hieß es mal für Deutschland. Mal sehen bis Artikel 20(3) des Grundgesetzes sich rumgesprochen hat.

Ganz ehrlich leute, ihr seid einfach nur geil! Ich liebe euer projekt und euer durchhaltevermögen! Weiter so!

Kann ich guten Gewissens auf "Gefällt mir" klicken, wenn eine Waffenhändlerin gegen ein Video vorgeht?

7 Jahre Arbeitslager in Sibirien für so ein Gruselvideo

auf jedenfall schonmal echt super, wieviel durch eure aktion in die medien gezerrt werden.. freut mich echt sehr...

Wir erhielten sogar eine Kopie von mehreren Briefen, die an Vera von Braunbehrens abgeschickt worden sein sollen. Hier ein Beispiel:

Guten Tag, Frau Braunbehrens, ich habe über die Medien von ihrem Anteil an Rüstungsgeschäften erfahren. Als Vater einer einjährigen Tochter erfüllt es mich mit Schrecken zu sehen,daß sie einerseits Kinder therapieren, und gleichzeitig den Tod und die Unterdrückung vieler Menschen, darunter auch Kinder, mitverantworten und davon profitieren. Ich weiß nicht, ob sie sich überhaupt ein Bild von den Zuständen in Bahrain machen, darum sende ich ihnen hier eine gute Recherche über die Verbrechen, die u.a. mit deutschen Waffen begangen wurden: http://www.youtube.com/watch?v=3JmEi2omO7c In der Hoffnung, sie damit im Herzen zu berühren, verbleibe ich mit dem Appell, das Wohl anderer Menschen nicht ihren Egointeressen unterzuordnen, und die Waffengeschäfte loszulassen. Mit friedvollem Gruß, Christoph Kopmann

Mit der Macherin des Kultvideos - von dem uns viele gestern versicherten, sie hätten es ohne die Klageandrohung niemals mitbekommen - haben wir jetzt ein Interview geführt. Darin legt Ada Amboss zum ersten Mal die künstlerischen Intentionen hinter dem Video dar und macht klar, dass es sich um eine Auseinandersetzung mit Krokodilen und missbrauchtem Vertrauen handelt. Vera von Braunbehrens war bis zur Enthüllung unseres Aktionskunstwerkes am 21. Mai 2012 im bürgerlichen Leben nur als Psychotherapeutin bekannt. Die Einkünfte aus Waffengeschäften und ihre Eignerschaft an KMW, die ihre bürgerlichen Einkünfte zehntausendfach übertreffen, verschwieg sie dagegen hartnäckig. Ihr gehören am Waffenkonzern KMW Anteile im Wert von mindestens 50 Millionen Euro.

Die Macherin hinter "Schnuppivera": Interview mit Ada Amboss

Inwieweit können Sie nachvollziehen, dass Ihr Video persönliche Rechte einer einzelnen Person angreift?

Bei der Fülle der mythologischen Bedeutungen, die das Krokodil hat, wäre es vermessen, Schnuppivera nur auf eine Person zu beziehen. In meinem Video ist jedes einzelne Element symbolisch aufgeladen, deshalb wäre eine monoperspektivische Betrachtung dem Themenkomplex überhaupt nicht angemessen. Bei einem künstlerischen Kaleidoskop mit komplizierter Kernwahrheit kann ich weder eine intellektuelle, noch eine rechtliche Auseinandersetzung befürworten. Aber wenn sich einzelne Krokodile oder Krokodilgruppen persönlich angegriffen fühlen, bin ich gern bereit, diese Vorwürfe zu überprüfen und dementsprechend zu handeln.

Welche symbolischen Elemente meinen Sie?

Das Krokodil steht für Fruchtbarkeit und Gefahr. Psychotherapie ist auch ein Weg der Wahrheitssuche, die diesen Widerspruch beinhaltet.

Welche Gefahr liegt Ihrer Meinung nach in Psychotherapie?

Sie verspricht Heilung, es sollte aber nicht übersehen werden, dass sie vor allem zu Abhängigkeiten führt und eine andere Form von Selbstbetrug darstellt. Der Name "Vera" kommt übrigens aus dem Slawischen und heißt Glaube, Zuversicht und Vertrauen. In meinem Video steht sie für Vertrauen, aber auch für Vertrauensmissbrauch. Für Macht und Machtmissbrauch. Die Kinder vertrauen Schnuppivera. Wenn Kinder Schnuppivera vertrauen, heisst das aber nicht, dass sie ungefährlich ist. Und im kindlichen Spiel steckt eben auch sehr viel Veritas. Das wiederum weiß Schnuppivera, wenn sie das "Sandspiel" als Therapieform anwendet.

Gibt es für Sie einen inneren Zusammenhang zwischen Waffenhandel und Psychotherapie?

Psychotherapie als Glücksversprechen ist eine Form des Betrugs, genauso wie der Handel mit Waffen. Schnuppivera betrügt. Betrug ist immer eine Ausübung von Macht - zum Nachteil von Schwächeren.

Bedienen Sie sich den Mitteln des Trashs, um zu provozieren?

Ich nehme die Mittel, die da sind. Wenn Sie Schnuppivera als Müll bezeichnen wollen - Schnuppivera kennt keine sauberen Mittel, um eine elegantere oder beeindruckendere Wirkung zu erzielen, wenn ja die Suche nach der Kernwahrheit, aber das führt jetzt schon wieder zu weit. Für wen Schnuppivera trashig und provokant wirkt, beschreibt wahrscheinlich den Effekt der Konfrontation mit Wahrheit.

 

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Kultvideo "Schnuppivera" soll vom Netz gehen!

Dass ausser der Presseabteilung von KMW bislang niemand je etwas vom sog. "Streisand-Effekt" gehört hat, war uns bei der Masse an juristischen Eingriffe gegen unsere Aktion schon länger klar. Jetzt folgt aber ein Akt der gänzlich Unbelehrbaren - mit der überfälligen Belehrung. Vera von Braunbehrens geht mit hochbezahlten Anwälten gegen ein Kultvideo auf Youtube vor. Die juristische Beschreibung des Trash-Videos ist ein Hochgenuss für Feinschmecker (wir zitieren von Netzpolitik.org):

Das Schockvideo geht über einen Protest an Rüstungsgeschäften hinaus. Denn das Video richtet sich ganz gezielt gegen unsere Mandantin und stellt diese -- offenbar in der Absicht, ihr persönlich Schaden in ihrem sozialen Umfeld zuzufügen - an den Pranger. Sachliche Kritik könnte und müsste (und wird auch) auf andere Art und Weise geäußert werden. Das Video ist als Eingriff in das allgemeine Persönlichkeitsrecht unserer Mandantin unzulässig und rechtswidrig und führt zu Unterlassungs- und Schadensersatzansprüche unserer Mandantin (§ 823 Abs. 1 BGB). Rein vorsorglich weisen wir darauf hin, dass die illegitime Verknüpfung der Kritik an Rüstungsgeschäften mit der Person unserer Mandantin und ihrem Privatleben, wie sie in dem fraglichen Video geschieht, nicht von der Kunstfreiheit gedeckt ist.

Zur Erklärung: Bis heute haben wir hunderte von Einsendungen erhalten, teils lustige, teils interessante, teils skurrile Texte, Briefe, Bilder und Videos zu den Eigentümern von KMW. Darunter auch ein Video namens "Schnuppivera" auf Youtube. Gegen dieses Video, das bis gestern rund 500 Mal angeklickt war (der Counter ist derzeit eingefroren - dürfte aber gerade durch die Decke gehen), geht eine der wichtigsten Eigentümerinnen der Panzerfirma KMW, Vera von Braunbehrens, mit einer der bestbezahltesten Anwaltskanzleien (wir müssen es wissen, wir durften nämlich deren Kosten in der Kunstbeschneidungssache von Rüdiger von Braunbehrens tragen) vor. Oder ganz kurz: Vera von Braunbehrens hat sich dazu entschlossen, das Video auf einen Schlag berühmt zu machen und viral zu verbreiten. Die ganze Geschichte meldet u.a. gerade das größte Onlineportal für Netznachrichten: Netzpolitik.org. Hier geht es zum Artikel. Aber auch der Metronaut-Blog bringt gerade die ganze Geschichte in einem wie immer hellsichtigen Artikel, WinFuture u.v.a.

Allein in der ersten Stunde hat das Video begeisterte Downloader gefunden, die u.a. in den Kommentaren bei Youtube versprechen, es wieder hochzuladen, sollte es jemals verschwinden. Aber auch Anwälte behandeln bereits das Novum, dass eine Kanzlei gegen ein Youtube-Video per Instant-Messaging vorgehen will. Zum Beispiel der Medienrechtsblog von Rechtsanwalt Markus Kompa: Das Krokodil und seine symbolische Bedeutung.

Die betroffene Künstlerin, von der das Video stammt, hofft nun, wie sie uns mitteilte, auf den ersten über die Internetplattform Youtube ausgetragenen Prozess, in dem Einsprüche über das Messaging-System der Plattform eingereicht und andere Nutzer das Urteil per "Gefällt mir" oder "Gefällt mir nicht" mitfällen können. Sie hat angekündigt, sich in den nächsten Tagen nach diesem überraschenden Erfolg sich auch mit anderen Eigentümern der Waffenfirma künstlerisch auseinanderzusetzen.

Das Video kursiert jetzt bereits in mehreren Kopien im Netz (z.B. hier und hier) und es steht zu hoffen, dass sich die Anwälte mit dem gesamten Netz anlegen. Dass die Waffenhändler alles unternehmen, um sogar Trashvideos zu unterdrücken, war uns völlig neu. In den Kommentaren bei Netzpolitik schlägt eine Henrike uns etwas vor, worüber wir jetzt ernsthaft nachdenken:

Hört, hört: das Zentrum für Politische Schönheit sollte einen WETTBEWERB ausloben für Trashfilme auf die Waffenhändler der Panzerschmiede!!

Kooperationspartner für ein solches Festival (Berlinale? Volksbühne? Cellu L'Art): bitte melden!

Rüge des "Deutschen Rates" für PR

Der "Deutsche Rat" für PR hat sich offenbar in der Tür geirrt und will uns für unser Kunstwerk "rügen". Wir sind in einer Zeit aufgewachsen, in der das Buchstabendoppel „PR“ noch als Unwort galt und für die Auswüchse einer Branche stand, die ständig versuchte, der Presse von der Wirtschaft bezahlte Artikel unterzujubeln. Heute zählt Deutschland mehr PR-Arbeiter als Journalisten. In dem Schreiben werden uns in ernstem Tonfall - den Deutschen Presserat abkupfernd - sechs Fragen gestellt, darunter:

1. Woher haben Sie Ihre Informationen über die von Ihnen in den "Steckbriefen" aufgeführten Personen bezogen? Welche Quellen standen Ihnen zur Verfügung? Wie gesichert schätzen Sie die daraus gewonnenen Informationen ein, auf deren Grundlage die "Steckbriefe" entstanden?

2. Können Sie bestätigen, dass die Kampagne "25.000 Euro" dazu dient(e), auf politische Forderungen öffentlich aufmerksam zu machen, u.a. Rüstungsexportverbot, restriktives Rüstungsexportgesetz?

5. Laut PR-Magazin 07/2012 ("Einfach überrollt") haben Sie angegeben, dass beim ZPS auch Personen aus "großen Agenturen" aktiv sind. Können Sie bestätigen, dass diese Personen auch an der Kampagne "25.000 Euro" mitgewirkt haben?

6. Wie wird/wurde die Kampagne "25.000 Euro" finanziert? Wer sind/waren die Geldgeber?

Bitte nehmen Sie zur Kenntnis, dass der Rat auch ohne eine Einlassung von Ihnen in einem Ratsverfahren zu einer Bewertung der Vorgänge kommen darf. Der DRPR behandelt alle Ihre Angaben strikt vertraulich. Lediglich im Falle eines Ratsspruchs wird dieser der Öffentlichkeit bekannt gemacht.

Wer will, kann sich an einer gemeinsamen Antwort an den "DRPR" beteiligen. Es gibt ein Textdokument, das allen zur Bearbeitung offen steht: http://pad.telecomix.org/sogtutag. Das vollständige, dreiseitige Schreiben kann hier eingesehen werden.

Burkhart von Braunbehrens mit dem Rücken zur Wand

UPDATE: mit Schreiben vom 19. Juli 2012 droht uns der blumenmalende Künstler Burkhart von Braunbehrens rechtliche Schritte an, wenn wir seine "privat" (an 38 Personen verschickte Email) an dieser Stelle veröffentlichten. Die Einwilligung des Kommentators liegt uns hingegen inzwischen vor. Unsere Anwälte raten uns jedoch, nicht den Wortlaut von Burkhart zu veröffentlichen.
Damit dürfte auch den letzten Burkhart-Sympathisanten klar sein, dass der Blumenmaler nie vorhatte, schöne Taten zu vollführen. Jetzt zeigt er sein wahres Gesicht.

++++++

Burkhart von Braunbehrens steht in seiner Pfälzer Künstlerkommune derzeit offenbar mit dem Rücken zur Wand: den großen Ankündigungen und Worten, die willfährig von der Presse aufgegriffen wurden, ist keine einzige Tat gefolgt. Auch ein ehemaliger Weggefährte hat sich in einem offenen Brief von ihm abgewendet. Jetzt ist eine Email aus der Künstlerkommune geleakt (datiert auf den 16.7.12), die klar macht, dass Burkhart nie vorhatte, seinen schönen Worten auch schöne Taten folgen zu lassen (da ist er ganz der Alt-68er). Wie wir hören, spielt er auch investigativen Journalisten keinerlei Informationen zu. Das lässt die Frage aufkommen, welche Interessen Burkhart von Braunbehrens eigentlich in der Öffentlichkeit verfolgt. Da ein kritischer Journalismus einem 25fachen Multimillionär (bald: 80fachen) und Waffenhändler (Stern und FTD ausgenommen) Mangelware ist, möchten wir Ihnen hier mit einem Auszug eines Wortgefechts zwischen Burkhart von Braunbehrens und einem Miteigentümer der Papierfabrik in Ebertsheim zeigen, welche kritischen Sicht auf den Mann mit den vielen Eigeninteressen möglich und nötig wäre. 
Zur Erläuterung: Da wir nicht wissen, ob wir die von Burkhart erwähnten Miteigentümer nennen dürfen (wir haben die Mail aus interessierten Kreisen zugespielt bekommen; der Gesprächsverlauf findet derzeit offenbar viele begeisterte Mitleser in CC), haben wir sie geschwärzt. Fett gedruckt sind jeweils die messerscharfen Antworten auf Burkharts Nebelkerzen. Der betreffende Miteigentümer richtete bereits im Januar 2012 kritische Fragen an Burkhart von Braunbehrens, die der Künstler am 7.1.12 abzuwiegeln versuchte, indem er von Verdrehungen und Spekulationen schrieb.
 

Datum: Montag, 16. Juli 2012 15:48
Betreff: xxxxxxxx

[hier schreibt Burkhart von Braunbehrens, dass gegen ihn Falschmeldungen verbreitet würden, die er nun klarstellen wolle.]

Verbal eindrucksvoll. Dumm gelaufen nur, dass dann ein halbes Jahr später eine Berliner Künstlerinitiative durch ihren mutigen Einsatz meine angeblichen "Verdrehungen und Spekulationen" tatsächlich bestätigt hat.

[Hier schreibt Burkhart von Braunbehrens, dass die Gesellschafter ahnungslos und unwissend seien und überhaupt keinen Einfluss auf KMW haben.]
 

Zunächst einmal darf man festhalten, dass KMV aktiv seine Kriegswaffen in der ganzen Welt vermarktet. Ein Blick auf die Webseite zeigt, dass deine Firma  ständig auf internationalen Waffenmessen für eure Produkte wirbt, allein im Herbst sind wieder drei Messen weltweit gebucht. Wer dann anschließend nach einer solchen globalen Werbetour wen anspricht, etc., ist doch ziemlich nebensächlich. Und wie eure interne Kommunikation verläuft interessiert Außenstehende auch nicht wirklich. Und dass dein Aufsichtsrat bei jeder Anfrage gleich involviert wird, behauptet auch niemand. Aber dass der Aufsichtsrat von KMW nicht die Leitlinien der Geschäftspolitik vorgibt, wie du unterschwellig immer behauptest, interessiert bestimmt irgendwann mal einen Staatsanwalt, denn noch gilt unser Grundgesetz "Eigentum verpflichtet". Und du bist Eigentümer!

[Hier schreibt Burkhart von Braunbehrens, dass ihm nur 3,07 Prozentanteile an KMW gehörten, die Braunbehrens hätten weniger als 52 %, wie ein bekanntes Nachrichtenmagazin behaupte. WICHTIG ist aber, dass er hier auch behauptet, dass die Eigentümer ihre Anteile nicht verkaufen könnten ausser an andere Familienmitglieder, die aber mittellos (!) seien.]
 

Muss man dich wg. 3 % Anteil jetzt bedauern? Immerhin liest man, dass 2007 81 Mio. Euro ausgeschüttet wurden (bei 3 % macht das 2,4 Mio. Euro) und 2010 soll die Ausschüttung 18 Mio. gewesen sein (3 % sind 500.000 Euro). Mein Mitleid hält sich in Grenzen. Dass der Familienclan Braunbehrens keine 52 % Anteile besitzt, diese "Falschmeldung" geht auf Konto von Focus. Nicht ich oder ----- behaupten das. Ich bin gespannt auf deine Gegendarstellung im Focus.
Was deine Position in deiner Familie betrifft, so staune ich, dass du einerseits im Fernsehen redselig erläuterst, welche Anerkennung deine Familie dir entgegenbringt mit deiner Wahl in den Aufsichtsrat, und dann sind es wieder die Bösen. Wie es halt gerade passt. Dem öffentlich einsehbaren Handelsregister nach hast du erst 2008 Kommanditanteile von deinem Bruder erworben, bist dann erst stimmberechtigter Anteilseigner geworden und geradewegs in den Aufsichtsrat emporgestiegen. Alles mit der bösen Verwandtschaft? Und wenn man im Handelsregister liest, wer da alles seine Anteile, an wen verkauft, so habt ihr einen regelrechten Anteilshandel zu verzeichnen. Nur deine Anteile will niemand haben?

[Hier behauptet Burkhart, auf KMW keinen Einfluss zu haben.]
 

Das  ermöglicht ja einen hoch interessanten Einblick in den Zustand deiner Firma, die immerhin in hochmoderne Kriegswaffen produziert, die in Afghanistan im Kriegseinsatz sind. Und ausgerechnet in einer solchen Firma haben Eigentümer und Aufsichtsräte, sogar Aufsichtsratsvorsitzende nichts zu melden? Zudem sind die Ausschüttungen der vergangenen Jahren nicht durch einen Deal mit Saudi-Arabien, sondern vielmehr durch den erhöhten Bedarf für den Afghanistankrieg zu begründen. Du verdienst am Krieg! Warum wohl immer diese Ablenkung mit Saudi Arabien?

[Hier behauptet Burkhart von Braunbehrens, die von unserer Aktion ausgegangene "Bedrohung" niemals hochgespielt zu haben. Anm. d. Red.: in der ZDF-Mediathek finden Sie ein Interview mit Burkhart von Braunbehrens, in dem er erklärt: "Eigentlich müsste ich das (die Patrone) der Polizei übergeben." 


Das nehme ich dir nicht ab. Wer einem Millionenpublikum im ZDF Patronenhülsen präsentiert, der spielt hoch. Es kommt zudem auch nicht darauf an, ob du intellektuellerweise nur die Methode der Diffamierung diffamieren wolltest, sondern was bei einem Publikum vor den Bildschirmen ankommt und hängen bleibt.

[Hier versteigt sich Burkhart von Braunbehrens erneut in der Behauptung, dass gegen ihn auch von anderer Seite lauter Falschmeldungen verbreitet würden.]
 

Da werde ich tatsächlich mal den bösen ----- zu Rede stellen müssen. Warum muss man alles umständlich in öffentlichen Handelsregister und in Presseartikel recherchieren, wenn der Hund alles schon gewusst hat. Aber wo bleiben jetzt eigentlich die im ersten Satz angekündigten Falschmeldungen, die ich verbreitet haben soll? Kommt noch ein Nachschlag?

 

 

Reaktionen auf Vera von Braunbehrens "Missbilligung" der Panzergeschäfte

Die Verlautbarung von Vera von Braunbehrens, die Waffengeschäfte ihrer eigenen Firma mit Saudi-Arabien "gewiss" nicht zu billigen, hat im Netz zu einer beispiellosen Flut an Reaktionen und Diskussionen geführt, die wir selbst so nicht erwartet hatten. Loben die einen den wichtigen Schritt, wurde viel Kritik an ihrer Selbstdarstellung laut. Hier einige wenige Auszüge aus den letzten 12 Stunden:

Das klingt für mich nach: Ich kann doch nichts dafür. Ich mache die Geschäfte doch nicht. Ich verdiene doch nur daran. Ausserdem bin ich doch eigentlich dagegen. Es ist ja so schön bequem sich der Verantwortung zu entziehen, wenn man jemanden hat der diese Arbeit erledigt.

Milko T.

Komm Vera, ein bisschen verantwortlicher könntste noch (nicht nur fürs eigene Portemonnait, sondern auch in punkto tausende von Menschenleben)!!!

Magdalena M.

soll sie doch ihre anteile verkaufen , aber auf das gute geld und die fetten dividenden wird sie mit sicherheit nicht verzichten wollen ... meine fresse wat für ne üble doppelmoral !!!

Frank Tank

‎"Cybermobbing", so so... Leider werden mit ihren Waffen Menschen nicht nur cyber-getötet sonder eher real... Dass sie mit so einem Text um Mitleid bittet, zeigt, wie verschoben die Perspektiven sind.

Günther K.

Besser cybermobbing als menschen mit waffen zu verstümmeln und zu töten, sie kann doch ihre anteile verkaufen und den erlös spenden für opfer von landminen, dann wird die arme Frau auch nicht mehr "denunziert". scheinheiliges Geschwafel von Frau von Braunbehrens!!!

Fry Boita

Das Bauen und der Handel mit Waffen halte ICH für ein FRAGWÜRDIGES Geschäft

Luu

Lohnt es sich persönlich zu werden und PERSONEN aus dem Schatten zu ziehen? JA - JA - JA!!! Der Pranger war lange Zeit ein Instrument des Staates und so LEGITIM. Die Abschaffung desselben und seine Verteufelung diente und dient der Ehrenlüge von Schattengewächsen und Kriminellen wie auch der Doppelzüngigkeit von Politikern und Wirtschaft-Führern. 

Dimitrios Grigoriadis

Sicherlich muss Mensch die Stellungnahme von Vera von Braunbehrens skeptisch betrachten. Ohne den Druck von www.25000-euro.de/ wäre es überhaupt nicht dazu gekommen. Trotzdem finde ich, dass wir ihre Stellungnahme in jedem Fall positiv sehen sollten. Wenn es ein Manöver ist um in der Öffentlichkeit besser da zu stehen, wird ihr das früher oder später auf die Füße fallen. Ansonsten ist es ein Weg in die richtige Richtung. Hoffentlich geht Vera von Braunbehrens noch einige Schritte weiter.

Helmut P.

Die is lustig, cybermobbing. Wir bösen menschen, die wir das unrecht an ganzen volksgruppen ans licht bringen...

Kaufi O'K.

Vera von Braunbehrens geht in die Opferrolle.

Uli E.

Ja, wir deutschen verstehen das passive bewusstsein zu nutzen... ihr ist es wurscht was die saudis machen, wozu waffen überhaupt da sind. auf ihre bemerkung eingehend. die anstiftung zum mord (so sehe ich waffenexport) ist durchaus unmoralischer als ihre bezeichnung "cypermobbing" für die veröffentlichung von tatsachen.

Martina J.

Ach, sieh einer an... Was da wohl eher zum umdenken bewegt hat: Die Entdeckung des eigenen Gewissens oder die Angst vor einem dauerhaft miesen Image?

Femke P.

das hier in polemische Häme kippt: Es ist ein wahnsinns Erfolg der Aktionsgruppe das es diese Stellungnahme gibt. Es ist aber auch ein mutiger und aufklärender Schritt von Frau Braunbehrens diese Klarstellung zu veröffentlichen.

Ralf R.

"der sich bemüht, verantwortlich zu handeln und zu leben". Sie war stets bemüht ;-) Unglaublich, dass Menschen passives Handeln immer noch als "unschuldig" sehen. Das hat in Deutschland schon lang genug Geschichte.

Eule Anna

Fazit: haltet mich da raus, fragt die Politiker, lasst mich meinen Gewinn erzielen. Ich hab dann meine Millionen aus dem Geschäft, das tausende Menschen, die ihre Rechte einfordern das Leben kosten wird. aber privat gebe ich mich als Gutmensch aus und unterstütze wohltätige Projekte...

Didem Vural

Sind solche Presseerklärungen jetzt moderne Ablassbriefe oder wie kommt so ein Text zustande? Kann wer der Person mal erklären, dass die Herstellung und der Vertrieb von Massenvernichtungswaffen (Panze zähle ich da einfach mal mit zu) nichts mit verantwortlichen Handeln zu tun haben?

Freddy Kol

wer sich als opfer darstellt und wahrscheinlich sogar fühlt, obwohl er TÄTER ist, gehört für mich zur übelsten variante mensch! als psychotherapeutin sollte frau braunbehrens dies wissen und mal langsam anfangen sich selbst zu therapieren! konsequent wäre ein ausstieg aus der firma, aber darüber denkt ja kein mitbesitzer nach... weil jährliche einnahmen in millionenhöhe wohl doch mehr wiegen als ethik und moral.

Schmitz Katz

das erinnert ein wenig an die erben der krupp-familie, die immer wieder behaupten, dass ihre fertigung hauptsächlich zivile güter hergestellt hätte ... pure rechtfertigung für ihre doppelmoral und primitive geld- und machtbesessenheit! wer an rüstung geld verdient, sei es nun passiv oder aktiv, der muss sich eben auch verantworten, ob es ihr nun passt oder nicht. eigentum verpflichtet.

Oh Stern

 

Mit öffentlichem Druck und Transparenz werden die einzelnen Besitzer des die Panzer herstellenden deutschen Rüstungskonzern gefragt, ob sie wirklich wollen, was sie da machen.

Dieser Brief ist ein Beispiel für die Wirkung dieses gewaltlosen Protest. 

Alexander S.

Sensation: Zweite KMW-Eigentümerin stellt sich gegen Saudi-Deal

In einer völlig unspektakulär erscheinenden Stellungnahme, die Vera von Braunbehrens derzeit an Arbeitskolleginnen und Freunde verschickt, schreibt sie u.a. "Ein Verkauf von Panzern in ein arabisches Land, das seine Bevölkerung unterdrückt oder zu unterdrücken droht, ist gewiß ein fragwürdiges Geschäft, das auch meine Billigung nicht findet."

Damit ist Vera von Braunbehrens, die Psychotherapeutin, bereits die zweite Eigentümerin von Krauss-Maffei Wegmann, die sich öffentlich gegen den Panzerdeal mit Saudi-Arabien stellt.

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Wir mussten am Freitag die Anwaltskosten des 90fachen Millionärs Rüdiger von Braunbehrens in Höhe von 1.248,31 Euro für die gegen uns verfügte Unterlassung begleichen. Jetzt organisieren wir den juristischen Gegenschlag! Es kann ja niemandem verboten werden, Waffenhändler ins Gefängnis zu bringen. Es konnte uns lediglich verboten werden, das mit Ihnen gemeinsam zu tun! Aber wir verfügen über beweiskräftiges Material, das sich erfreulicherweise auf einen der Waffenhändler verdichtet, um diese möglicherweise in eines der netten Gebäude mit den Gitterstäben davor zu bringen.

Gegenüber der Badischen Zeitung meinte Rüdiger von Braunbehrens gestern, er habe seinen Anteil an der Panzerschmiede KMW "noch nicht nachgerechnet". Wir haben das für ihn getan. Dafür durfte er seine Anwaltskosten auf uns abwälzen. O-Ton Anwälte: "Sollten Sie diese Frist ungenutzt verstreichen lassen, werden wir unserem Mandanten empfehlen, ohne weitere Aufforderung die zur Durchsetzung des Kostenerstattungsanspruchs notwendigen Maßnahmen zu ergreifen."

Spendenstand [13.7.12]: Wir danken bislang 56 Spenderinnen und Spendern sehr herzlich! Sie haben bislang rund 2.800 Euro zusammengebracht. Bitte unterstützen auch Sie unseren Kampf für die Freiheit der Kunst und gegen die Waffenindustrie (bishin zum Panzerankauf), wenn Sie können. Zur Fortsetzung unserer "Aufklärungsarbeit" benötigen wir mindestens 4.000 Euro. Spendenquittungen werden auf Wunsch gerne ausgestellt.

Per Überweisung:

GLS Bank
Kontoinhaber: Initiative für die Verteidigung der Menschlichkeit e.V.
Konto Nr. 1115471800
BLZ: 43060967
Aus dem Ausland: IBAN: DE17 4306 0967 1115 4718 00, BIC: GENODEM1GLS 

Oder übernehmen Sie eine Protektorenschaft über das Zentrum für Politische Schönheit.

Der bekannte TV-Journalist Frank Farenski schrieb uns gestern:

Ich glaube, dass Ihre Aktion in die richtige Richtung geht. Als TV-Journalist weiß ich, dass Menschen (Politiker, Wirtschaftsmanager) mit ihren Handlungen sich einfach hinter den Institutionen verstecken und die unglaublichsten Dinge qua ihrer Funktion anderen Menschen und der Gesellschaft zumuten. Ich habe es tausendfach in Interviews erlebt, wie Politiker und Manager die größten Ungeheuerlichkeiten von sich geben, mit größten Konsequenzen für viele Menschen, ohne in die geringste Gefahr zu laufen für ihre Handlungen jemals persönlich belangt zu werden. Deshalb ist es m.E. in der öffentlichen Auseinandersetzung enorm wichtig, dass man eine persönliche Verantwortung dieser Personen herausstellt und diesen, so wie in ihrer Aktion, zumindest symbolisch "an den Kragen geht". Nur dann reagieren solche Leute noch, wie sich in diesem Fall zeigt. [...] Klar, es wird dann die "finanzielle Keule" geschwungen um solche Aktionen und Widerstand zu stoppen. Evtl. wird man das aushalten müssen und könnte nur Crowdfunding dagegen setzen. Leider haben Regierung und Unternehmen immer das Geld, um ihre Interessen massiv juristisch verteidigen zu können. Leute wie Sie die sich wehren, geht dabei eben ganz einfach der finanzielle Atem schon in der ersten Instanz aus. Da geht es Ihnen so wie vielen Bürgern: Ihre Rechte lassen sich allein schon aus finanziellen Gründen nicht mehr gerichtlich durchsetzen und man muss deshalb darauf verzichten. Das politische und wirtschaftliche System absorbiert inzwischen jeden Widerstand und wie man an der Finanzkrise sehen kann, saugt es bei Bedarf die ganze Gesellschaft aus und eignet sich in einem nie gekannten Ausmaß Teile des Volksvermögens an oder geht Verpflichtungen ein, die später allein die Bevölkerung zahlen muss. Egal was dagegen publiziert oder demonstriert wird, es passiert einfach.

Die wehrlosen Waffenhändler

Guido Dahm, der in derselben Stadt lebt wie einer der Waffenhändler, machte sich die Mühe, den Mythos der "armen" (wohlgemerkt: schwerreich) und "wehrlosen" (allein bis zu 800 Panzer für Saudi-Arabien) Waffenhändler zu entlarven; für alle, die es noch nicht kennen:

Kriegswaffenproduzent Braunbehrens lädt zur Kinderfreizeit ein

Auf seiner Webseite, im Fernsehen und in vielen Tageszeitungen, auch in der Rheinpfalz vom 21. Juni 2012, wehrt sich der Haupteigner des des größten europäischen Panzerherstellers Kraus-Maffei Wegmann, Burkhart v. Braunbehrens aus Ebertsheim, gegen angebliche Bedrohungen, Morddrohungen und Mafiamethoden von militanten Kriegsgegnern. So seien ihm Pistolenkugeln per Post zugeschickt worden, quasi symbolische Morddrohungen nach Mafiaart. Die leeren Patronenhülsen hielt der Ebertsheimer im ZDF Fernsehinterview theatralisch in die Kamera.

Was ist dran an solchen Behauptungen? Offenbar nicht viel, denn der Verein EBI, dem Burkhart v. Braunbehrens vorsteht, veranstaltet jetzt vom 9.-13. Juli und vom 16.-20. Juli jeweils von 10-16 Uhr eine öffentlich ausgeschriebene Ferienwoche für 15 Kinder. Das ganze findet auf dem Gelände der alten Papierfabrik in Ebertsheim, direkt bei und vor dem Wohnhaus und der Arbeitsstätte des Ebertsheimers ohne jeglichen Sicherheitsvorkehrungen statt.

Ist die angebliche Bedrohung nur ein billiger Mediengag des Panzerherstellers, um mediale Aufmerksamkeit und Mitleid zu erhaschen, oder handelt er völlig unverantwortlich, wenn er jetzt Kinderfreizeiten auf seinem Anwesen organisiert?

Waffenmillionär Rüdiger von Braunbehrens verschwindet aus dem Internet

Manche haben es eilig: Das Internet hat nach der erwirkten Unterlassungserklärung gegen unser Projekt einen rapiden Datenschwund zur Person des 90fachen Freiburger Waffenmillionärs Rüdiger von Braunbehrens zu verzeichnen. So ist u.a. sein Bild von der Homepage des Freiburger Alpin-Vereins verschwunden, wo er (bislang noch) 1. Vorsitzender ist. Es fehlt schlicht, siehe diesen Link hier. Wahrscheinlich, um bei einer Klage den Richtern zu simulieren, sich in der Öffentlichkeit niemals präsentiert zu haben. Wie wir aus gut unterrichteten Kreisen erfahren haben, bereitet Rüdiger von Braunbehrens auch an anderen Stellen seinen Rückzug aus der Öffentlichkeit vor, nachdem er den letzten Hauch von sozialem Engagement einbüssen musste, als ihn der Förderverein einer Montessori-Grundschule aus Freiburg offenbar hochkantig rausschmiss.

Wir erhielten heute auch schon wieder Post von seinen Anwälten. In Kürze mehr. Von einer Klage wollen sie nichts mehr wissen, obschon sie uns vor 10 Tagen mit einer einstündigen Fristsetzung zur Unterlassung noch geschrieben hatten:

Für den Fall, dass Sie die strafbewehrten Unterlassungserklärungen nicht fristgerecht abgeben, wird unser Mandant die zur Durchsetzung des Unterlassungsanspruchs erforderlichen Maßnahmen, einschließlich gerichtlicher Maßnahmen, ergreifen. Die Gelendmachung weiterer Ansprüche [...] auf Zahlung von Schmerzensgeld, bleibt ausdrücklich vorbehalten.

Zudem bestätigten sie, dass wir die Anwaltsrechnung für den 90fachen (!) Waffenmillionär beglichen haben. 

Wem gehört Krauss-Maffei Wegmann?

Nach dem durch die Waffenindustrie angerichteten Flurschaden an unserem Kunstwerk bemühen wir uns nun noch engagierter, möglichst präzise über die Kunstfeinde bzw. Besitzverhältnisse bei KMW aufzuklären. Dazu gibt es NEU einen eigenen Menupunkt auf der Webseite. Die "Holding", in deren Besitz sich der Panzerhersteller Krauss-Maffei Wegmann zu 100 % befindet, gehört 38 Eigentümerinnen und Eigentümern. Quelle für alle Informationen ist der Handelsregisterpranger. Wir haben uns entschieden, darauf zu verzichten, die dort zusätzlich enthaltenen Adressdaten auch zu publizieren. Zur Umlage der Anteile auf den Milliardenkonzern KMW, siehe die Rechenbeispiele hier.

1

von Braunbehrens, Rüdiger, Freiburg, *13.02.1960

793.013,71

11,25

2

von Braunbehrens, Beatrice, Wasserburg a. Inn, *20.09.1950

648.829,39

9,20

3

Glinicke, Isabel, Kassel, *27.07.1971

641.620,18

9,10

4


Klinger, Gisela, Kassel, *19.12.1978

360.460,78

5,11

5


von Braunbehrens, Adrian, Heidelberg, *01.06.1934

360.460,77

5,11

6

von Braunbehrens, Vera-Andrea, Icking

352.500

5,00

7

Bode, Felix, Kassel, *18.06.1971

288.368,62

4,09

8

Bode, Stephan, Hannover, *05.12.1969

288.368,62

4,09

9


Dr. Meier-Bode, Edith, Kassel, *11.12.1938

288.368,62

4,09

10

 Bode, Alexander, Inman/USA, *24.02.1975

216.276,48

3,07

11


Karow, Helmut (Ehemann der Fotografin, Platz 2), Wasserburg, *20.09.1944

216.276,47

3,07

12


Bode, Barbara, Hofgeismar, *27.03.1971

216.276,46

3,07

13


Bode, Christian, Belau, *30.01.1970

216.276,46

3,07

14

von Braunbehrens, Burkhart, Ebertsheim, *22.03.1941

216.276,46

3,07

15

Dr. von Braunbehrens, Volkmar, Freiburg

144.184,31

2,05

16

Wülfing von Martitz, Svea, geb. von Braunbehrens, Köln

141.000,00

2,00

17


Großkord, Elke, Springe, *09.01.1963

108.138,24

1,53

18


Großkord, Gabriele, Springe, *09.06.1964

108.138,23

1,53

19


Wülfing von Martitz, Jakob, Köln, *27.03.1957

105.750

1,50

20

Wülfing von Martitz, Natalie, London/Großbritannien, *13.06.1965

105.750,00

1,50

21


Dr. Gisbertz, Anke, East Sussex, BN 21 2 ND, UK, *15.06.1970

96.122,88

1,36

22


Gisbertz, Ute, Münster, *20.09.1972

96.122,88

1,36

23


von Maydell, Boris, Wuppertal, *15.04.1969

96.122,88

1,36

24


von Maydell, Renata, Heidelberg, *01.01.1965

96.122,88

1,36

25


Dr. von Maydell, Olaf, Berlin, *07.08.1961

96.122,87

1,36

26


Gisbertz, Jörg, Münster, *17.10.1974

96.122,86

1,36

27

Beutler, Elena (Kind des Humanisten), Freiburg im Breisgau, *16.09.1987

72.092,16

1,02

28

 Beutler, Jacob (Kind des Humanisten), Freiburg im Breisgau, *10.06.1985

72.092,16

1,02

29

 Beutler, Matthias (Kind des Humanisten), Freiburg im Breisgau, *16.09.1987

72.092,16

1,02

30

Dr. Bode, Manfred, Kassel, *31.03.1941

72.092,16

1,02

31


Dr. Reußner-Krecar, Birgit, Golling/Österreich, *12.02.1979

72.092,16

1,02

32


Dr. Wagner, Claudia, Oberhaching, *21.09.1976

72.092,16

1,02

33


Reußner, Martin, Hamburg, *15.09.1983

72.092,15

1,02

34


Baronin von Maydell, Christa-Maria, Sankt Augustin

72.092,14

1,02

35


Zimni, Mark, Kassel, *22.04.1971

32.441,47

0,46

36


Zimni, Meike, Königstein im Taunus, *09.04.1973

32.441,47

0,46

37

Bode, Wolfgang, Kassel, *21.03.1939

7.209,22

0,10

38

Dr. Zimni, Werner, Kassel, *21.07.1939

7.209,22

0,10

 

Kapitalisierung

7.049.109,68

100,00 %

 

Zerschnittene Kunstfreiheit

Die Rechte der Waffenindustrie gegenüber der Freiheit der Kunst, grundgesetzlich verankert, in den KunstWerken Berlin anschaulich zu besichtigen:

Artikel heute in den großen Tageszeitungen, darunter:

taz: Panzerproduzent sieht Ansehen bedroht

Badische Zeitung: Künstlerinitiative beleuchtet Besitzverhältnisse bei KMW

Kulturzeit (3sat): Klage gegen Kunstprojekt

WAZ: Dämpfer für "25.000 Euro"

Süddeutsche Zeitung: Panzerhersteller geht gegen "Kopfgeld" vor

Auch im Internet tobt ein Sturm des Protests. Hier einige Auszüge:

Verkehrte Welt! Eigentlich müsste doch gegen die Waffen-Fuzzis geklagt wegen "Produktion von Mordmitteln".

Dietmar B.

 

‎1.248,31 Euro für eine Abmahnung? ein Antrag auf einstweilige Verfügung kann teurer werden, gerade dann wenn eine solche Kampagne mit Erfolg mit Umsatzeinbussen einhergeht. Liegt der Streiwert bei 600 Mio. - müsst ihr nach Brago lebenslänglich nach dehren Kostenfeststellungsbeschlüssen zahlen. Üblicherweise ist dies dann "nur" ein Zivilverfahren... und das Morden mit den Waffen geht weiter.

Michael M.

Was ist den das aber auch für eine Moral? Wenn ich tagsüber Brände erzeuge und Menschen verbrenne und dann in meiner Freizeit der 2. oder 3. Ehrenvorstand eines Brandopferhilfevereins bin?

Richard G.

Diese Anklage ist eine Verachtung der Menschenrechte in Deutschland, wenn Millionäre und Waffenhändler sich nicht an das Grundgesetz halten müssen, wieso dürfen auf linken Demos keine Autos brennen? Was soll das bitte für ein moralisches Vorbild in dieser Gesellschaft sein, in der Gesetze nur für den Pöbel gelten, aber die Oberschicht machen kann, was sie will?

Arist Oteles

Interessant, dass man heutzutage Klagen kann, wenn einem das eigene Spiegelbild nicht passt. Zumindest, solange man genug Geld hat.

André R.

Ich habe gestern an das Zentrum gespendet und laut Statistik haben sie bisher weniger als 1'000 Euro erhalten. Davon kann man keinen Rechtsstreit gegen die Waffenindustrie finanzieren. 

Florian P.

Wenn es der Familienkünstler wirklich ehrlich meint, dann sollte er finanziell die Unterstützung aufbringen. Das Vermoegen sollte ja vorhanden sein. Bleibt die (moralische) Frage, ob ihr das Geld dann annehmen könnt.

Christoph K.

Die Waffenindustrie schlägt zurück!

Der größte Anteilseigner an Krauss-Maffei Wegmann hat juristische Schritte gegen unser Kunstwerk eingeleitet. Rüdiger von Braunbehrens, Krankenpfleger im Ruhestand (Jahrgang 1960), mit einer Beteiligung von 11,25 % (90 Millionen Euro) wichtigster Eigentümer des Panzerproduzenten, fühlt sich durch den Versuch, ihn wegen der Panzerlieferung an das Saudi-Regime ins Gefängnis zu bringen, „in seinem Erscheinungsbild in der Öffentlichkeit [...] verfolgt", und „erniedrigt“ (Wortwahl seiner Anwälte). Wir sind uns zwar sicher, dass es sein Status als Besitzer von KMW ist, mit dem er sich selbst erniedrigt, aber bis Freitag haben wir Zeit, die Anwaltsrechnung des 90fachen Millionärs von 1.248,31 Euro zu begleichen. Auf Ihre Unterstützung sind wir jetzt dringend angewiesen!

Von Braunbehrens Anwälte erwirkten eine Unterlassungserklärung gegen unser Projekt. Der Versuch, die Eigentümer für den schlimmsten Waffendeal der jüngeren bundesdeutschen Geschichte ins Gefängnis zu bringen, musste deshalb gestoppt werden. Das ist ein gefährlicher und bedrohlicher Eingriff in die Freiheit der Kunst (seine Anwälte argumentierten im Übrigen einzig mit Urteilen zur Meinungsfreiheit), die in Deutschland verfassungsrechtlich verankert ist. Dass die Waffenindustrie derart ungeschminkt die Rechte der Kunst beschneidet, ist beispiellos und wird hoffentlich einen entsprechenden öffentlichen Widerhall finden. Wir sind genötigt, die von uns angebotenen Informationen auf das Informationsniveau des Handelsregisters und ausgewählter, öffentlich zugänglicher Quellen herunterzufahren, um gerichtsfest zu sein, statt uns finanziell im Kampf gegen die kommerzielle Waffenindustrie zu ruinieren. Wir rufen in Erinnerung, dass das Saudi-Geschäft allein einen Wert von mindestens 10 Milliarden Euro haben soll.

 

Die beauftragte Kanzlei schreibt uns:

Das allgemeine Persönlichkeitsrecht schützt bekanntlich insbesondere die Selbstbestimmung unseres Mandanten über seine Person und sein Erscheinungsbild in der Öffentlichkeit. Dazu gehören vor allem die engere persönliche Lebenssphäre sowie die Erhaltung ihrer Grundbedingungen und damit auch der Schutz der persönlichen Ehre und Würde. Die beanstandeten Handlungen sind geeignet, das Ansehen unseres Mandanten in der Bevölkerung herabzuwürdigen; hierauf haben Sie es sogar abgesehen. Zu einer Herabwürdigung unseres Mandanten kommt es auch tatsächlich. Der Eingriff in das allgemeine Persönlichkeitsrecht unseres Mandanten ist grob rechtswidrig

Rüdiger von Braunbehrens: Wer ist das?

In seinem Erscheinungsbild pflegte Rüdiger von Braunbehrens den Versuch, die eigene Vita mit gutmenschlichen Tätigkeiten aufzufüllen, um den Machenschaften innerhalb des Panzer-Clans einen moralischen Anstrich zu geben. Er saß u.a. im Förderverein einer Freiburger Montessori-Schule, aus der er nach ersten Presseberichten inzwischen aber rausgeflogen ist. Hunderte Leser hatten gegenüber der Schule in den vergangenen Wochen ihre Betroffenheit über den Konflikt zwischen Montessori-Ideologie und Waffenhandelsbranche Luft gemacht. Thomas Sonnabend verfasste in seinem Blog einen offenen Brief an die Schule, in der es u.a. heißt:

ich bin ja eher nicht so voreilig mit Vorverurteilungen, weshalb ich eben erstmal keine Unterstellungen tätige. Aber ich möchte Sie fragen, ob die Person Rüdiger Braunbehrens als Beisitzer im Vorstand des Fördervereins Ihrer Schule, etwa identisch ist mit Rüdiger von Braunbehrens? Diese beiden unterscheidet zuerst einmal das Von. Wenn dem so ist, möchte ich Ihnen mitteilen, dass die Person Rüdiger von Braunbehrens, Anteile in Höhe von 90 Millionen Euro an dem Rüstungskonzern Krauss-Maffei Wegmann hält, also erheblich an dem Panzerdeal mit Saudi-Arabien verdienen würde, wenn er denn zustande käme. Meine Tochter, mittlerweile 18 Jahre alt, war Schülerin an der Montessori-Schule in Karlsruhe. Ich habe das mal ausgerechnet, 90.000.000 Euro entspricht 2.000.000 mal dem Jahresbeitrag der Mitglieder Ihres Fördervereins.

Erste Schadensbilanz

Aufgrund der aktuellen Unterlassungserklärung fehlen in diesem Newsbereich 37 Artikel. Wir bitten den Verlust zu entschuldigen.

Entsprechende Finanzkraft bei uns vorausgesetzt, können wir Ihnen aber garantieren, dass in Zukunft kein einziges Wort mehr von der Webseite verschwindet. Denn jetzt ist sie endgültig "gerichtsfest".

Vor dem Kanzleramt...

Vor dem Kanzleramt liegt seit heute morgen eine große Freiluft-Installation von Spandauer Oberschülern herum, verbunden mit einer Textbotschaft, die sich gegen Krauss-Maffei Wegmann und an die Bundeskanzlerin richtet. Wir wurden um anonyme Veröffentlichung gebeten:

Wir fragen uns, warum Frau Merkel persönlich, im Namen Deutschlands,  270 Panzer an einen der autoritärsten Staaten der Welt genehmigt. Wie konnte es zu so einem Geschäft kommen, wo doch die Eigentümer von KMW Philanthropen, Kindertherapeuten, Humanisten, Krankenpfleger, Künstler und Lehrer sind? Sollten wir nicht gerade von solchen Menschen erwarten, dass sie für Freiheit, Frieden und Demokratie einstehen? Die Eigentümer sind sich ihrer Verantwortung nicht bewusst und behaupten gar, sie könnten keinen Einfluss auf Firmengeschäfte ausüben. Doch Ihr seid, was Ihr tut – und nicht das was Ihr sagt. Wieso machen wir Schüler uns mehr Gedanken über die Folgen Eures Tuns als Ihr selbst? Wieso erscheint uns und 94 Prozent der deutschen Bevölkerung Euer Handeln als moralisch falsch und euch nicht? Wieso sehen wir in Eurem Handeln eine Bedrohung für die Menschheit, für den Frieden und das Leben selbst, aber Ihr nicht? Ihr erkennt noch nicht einmal, dass Euer Handeln Euer eigenes Leben und das Eurer Familien bedroht. Eure Panzerexporte lösen Konflikte aus und verschärfen sie. Und sie löschen Leben aus. Leben von Vätern, Müttern, Großeltern und von Kindern, die sogar noch jünger sind als wir.

Doch irgendwann werden sich die Hinterbliebenen an diejenigen wenden, die ihre Profite mit dem Leid anderer Menschen erkauft haben. Also an Euch, die Eigentümer von KMW. Eure Familien werden für ihr unmoralisches Treiben einen entsprechenden Preis bezahlen. Und wenn auch nicht jeder mit Blut, dann zumindest alle von Euch mit einem Leben voller Angst und Schrecken. Denn genau das lösen auch Eure „hochmodernen Sicherheitsprodukte“ (made in Germany) aus – und nicht weniger verdient auch Ihr! Ihr werdet Euch nicht länger hinter Kunstausstellungen, Bergsteigervereinen und Sandspieltherapien verstecken können. Ihr befindet Euch jetzt im öffentlichen Fokus, und engagierte Menschen, die Ihre Ideale und Werte nicht verkauft haben, werden dafür sorgen dass Ihr in diesem Fokus bleibt. In Zukunft wird kein Geschäft von KMW mehr an der Öffentlichkeit vorbei stattfinden. Nie wieder! Eure Macht und Euren Reichtum bezahlen andere mit dem Leben. 
Es sind unsichtbare Tote, doch sie liegen direkt vor eurer Haustür.

Schüler einer Spandauer Oberschule

Das wirklich erschreckende an dieser Aktion ist aber etwas anderes. Ein Blogger trifft den Kern der Sache, wenn er über das Bild, das sich in den Sozialen Medien wie ein Lauffeuer verbreitet hat (allein bei uns hat es bislang über 200.000 Menschen erreicht):

mein gott... wie gruselig, dass sich 13jährige gedanken machen und viele, viele über 18+ KEINE!!!!

Neues von der investigativen Front

Das Nachrichtenmagazin FOCUS hat unter kräftiger Mithilfe unserer besten Informanten die siebenseitige Geschichte über den Bode-Clan endlich online gestellt. Bislang gab es zu dem Clan aus Kassel nur den Capital-Artikel von 2010. Wichtigste Information (neben dem Griechenland-Scherbenhaufen von Manfred Bode mit über 1,7 Milliarden Euro Schulden) dürfte sein, dass das Unternehmen offenbar still und heimlich an die Söhne von Manfred Bode, Stephan Bode (Schleifring) und Felix Bode (Wegmann Automotive) mit abenteuerlich klingenden Firmenkonstruktionen in Österreich übergehen soll:

Der erste Schritt der Übergabe scheint nun gemacht. Natürlich ganz diskret, wie aus FOCUS vorliegenden Firmenunterlagen hervorgeht. Bei der Wegmann & Co. Unternehmens-Holding, der Beteiligungsdrehscheibe der Firmengruppe, schieden demnach Manfred und Wolfgang Bode als Gesellschafter aus. Die Anteile übernahm zunächst eine neu gegründete Wegmann Holding Verwaltungs GmbH in Wien, die diese derzeit an eine ebenfalls neu initiierte Wegmann Beteiligungs GbR in Kassel weiterreicht. Eine GbR, eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts, ist nicht offenlegungspflich- tig. Wer in ihrem Imperium nun das Sagen hat, muss die Familie nicht kundtun. Die Geschäftsführer der Wiener GmbH immerhin lassen sich ermitteln: Stephan und Felix Bode sowie KMW-Chef Frank Haun. Hat das Trio auch die Gesamtverantwortung in der Firmengruppe?

Die beste Stelle aber ist ein Telefongespräch zwischen den Focus-Journalisten und Firmenpatriarch und Waldorfschüler Manfred Bode: 

Ein Anruf bei Clan-Chef Manfred Bode unter seiner Geheimnummer:„Guten Tag, Herr Bode, hier ist das Nachrichtenmagazin FOCUS . . .“ - „Sie bohren schon bei über 20 Leuten.“ - „Wir bohren nicht, wir haben Fragen.“ - „Ich gebe grundsätzlich keine Interviews und beantworte keine Fragen.“ - „Es geht um die GbR und die Übernahme durch ihre Söhne . . .“ - „Ich beantworte grundsätzlich keine Fragen und gebe keine Interviews.“ - „Wir haben uns auch an die Firma gewandt, aber die ist nicht bereit . . .“ - „Das ist Sache der Firma und hat mit mir nichts zu tun. Danke.“

Die Süddeutsche Zeitung berichtete gestern erfreulich ausführlich darüber, was wir nur vom Hörensagen kannten: dass unsere Aktion die Waffenschmiede in helle Aufruhr versetzt hat: "Seitdem gibt es viele Krisengespräche in der Rüstungsfirma". Ein Insider steckte der SZ über die Eigner: "Sie haben sich aus allen operativen Angelegenheiten rausgehalten und still ihre jährliche Ausschüttung kassiert." Über Burkhart meint ein Beobachter: "Von Braunbehrens hat Angst bekommen, als er sein Konterfei auf der Homepage der Panzergegner gesehen hat".

Das ARD-Magazin Monitor bestätigte gestern nochmals das Novum eines offen ausgetragenen Machtkampfes innerhalb der deutschen Waffenindustrie:

Aberkennung des Bundesverdienstkreuzes von Manfred Bode gefordert!

Er gehört zu den größten Waffenhändlern Deutschlands und will im ganz großen Stil mit einer der finstersten Diktaturen der Erde Milliardengeschäfte machen: der lichtscheue Firmenpatriarch Manfred Bode. 2007 erhielt der "verdiente" Bürger das Verdienstkreuz am Bande. Es gibt eine Petition, die dem ehrlosen Gesellen die Ehrung wieder abnehmen wird. In wenigen Tagen haben rund 300 Personen bereits unterschrieben! Gemäß der Laudatio soll er die Ehrung für Spenden im Gesamtwert von 0,5 Millionen Euro an Behinderte erhalten haben. - Die durch seine Waffen Verkrüppelten wurden bewusst aus der Rechnung ausgelassen: Aberkennung des Bundesverdienstkreuzes von Manfred Bode (Waffenhändler aus Kassel)

Heute erreichte uns zudem die Nachricht, dass mehrere Münchner Gruppen sich in einem Bündnis zusammengeschlossen haben, um gegen die geplante Panzerlieferung nach Saudi-Arabien zu demonstrieren. Dabei soll das Ziel der Aktivisten das Münchner Penthouse des Firmenpatriarchen und heimlichen Strippenziehers Manfred Bode sein: sie planen sog. "freundliche Spaziergänge" zu seiner München Residenz, in die er sich nach den Turbulenzen der letzten Wochen zurückgezogen haben soll. Die Financial Times Deutschland schreibt über Bode:

Jahrzehnte war es Krauss-Maffei Wegmann (KMW) gelungen, dass sich keiner der gut zwei Dutzend Familiengesellschafter zu Aufträgen oder dem Wohl und Wehe der Firma äußerte. Alle, so die Doktrin, sollten sich verhalten wie der inzwischen 71-jährige Ex-Chef Manfred Bode: Er führte nach dem Krieg den Traditionskonzern fort, baute die Geschäfte aus - und gab nie ein längeres Interview. Nun ist das Schweigen gebrochen. Der ebenfalls 71-jährige Künstler, Ex-Kommunistenfreund und KMW-Mitgesellschafter Burkhart Braunbehrens redet. In einer Phase, da der Münchner Firma der größte Auftrag der jüngeren Geschichte winkt: Saudi-Arabien könnte Hunderte Leopard-Panzer bestellen. Und Braunbehrens sagt nichts Gutes. Im Gegenteil: "Dieser Deal muss ankommen wie ein Affront gegen die arabische Revolution." Es ist eine Kriegserklärung an die zweite mächtige Konzernfamilie, den Bode-Clan.

 

Burkharts Nebelkerzen

Eine Meldung der Financial Times sorgt, verbreitet über die Agenturen, vorab für Aufregung. Burkhart von Braunbehrens schlägt im Interview vor, KMW zu einer Aktiengesellschaft umzurüsten:

Ich kann mir eine Aktiengesellschaft vorstellen. Unser größter Konkurrent und gleichzeitig Kooperationspartner Rheinmetall ist börsennotiert. Dort sind die früheren Familieneigner schon vor Jahren ausgestiegen. Es wäre sinnvoll, wir würden den Weg mit Rheinmetall in eine gemeinsame AG gehen.

Das dürfte die Haltung der gesamten Braunbärensippe sein, die es gar nicht abwarten kann, nach Jahrzehnten des nichtöffentlichen Gewinne-Kassierens jetzt im breiten Scheinwerferlicht der Medien aus dem Laden auszusteigen. Wie wir bereits in unseren drei Zukunftsszenarien dargelegt haben, halten wir den Anteilsverkauf der Braunbehrens an Rheinmetall oder die Konzeption einer "KMW AG" für Schwachsinn. Burkharts Äusserungen zeigen einmal mehr: traue nie einem Waffenhändler! AUS RECHTLICHEN GRÜNDEN FEHLT HIER EIN SATZ.

Selbstverständlich sehen alle Waffenhändler, die sich öffentlich gegen ihre eigenen Geschäfte stellen (müssen), enorme Vorteile in einer Aktiengesellschaft: im Schatten der totalen Anonymität lässt es sich gut leben und Gewinne einkassieren. Während man sich tagsüber über die Geschäftsführung öffentlich entrüstet, tröstet man sich abends bei einem Glas Wein über die eigene Ohnmacht hinweg. Das Problem bei KMW ist: die von Braunbehrens haben Macht. Sehr viel Macht (52,5 Prozent). Natürlich wollen einige von ihnen jetzt verkaufen, wo sie aufgeflogen sind. Dann müssen sie sich für die letzten 40 Jahre nicht rechtfertigen. Aber wir halten den Verkauf der Anteile bzw. die Umstrukturierung in eine AG für die denkbar schlechteste Lösung. Die meisten deutschen Rüstungsfirmen sind Aktiengesellschaften. Und ausser den "Kritischen Aktionären" glaubt keiner, dass damit der gesellschaftliche Einfluss auf diese Firmen gestiegen ist. Besser ist es, den offenen Konflikt mit den Bodes zu suchen und wann immer der Clan habgierig wird, ihnen mit der Behrentatze auf die Finger zu hauen.

Update: nach Lektüre der drei FTD-Artikel von heute, insbesondere von "Die Panzerschlacht" (S. 23), müssen wir einmal mehr festhalten, dass das Problem nicht Burkhart von Braunbehrens ist, sondern die große Nachrichtenagentur, die die Meldung aufgegriffen hat. Es fehlt offenbar ein kritischer Journalismus, der 25-Millionen-Schwerreiche Eigentümer (Burkharts KMW-Anteil) "vielleicht" auch einmal verdächtigt, eigene Interessen zu verfolgen?

Presseupdate #3

Ein weiteres Presse-Update mit Berichten zu unserer Aktion. Update (4.7.2012): Bitte beachten Sie, dass Aufruf, Fahndung und Belohnung auf die Eigentümer nicht länger aktuell sind! Die Aktion wurde aus rechtlichen Gründen eingestellt.

Bayern 2: Aggressiver Humanismus gegen Panzer

Financial Times Deutschland: Der Kriegserklärer

Süddeutsche Zeitung: Stur wie ein Panzer

ZDF.kultur: Kunst gegen Unrecht (Video)

Telepolis: Pranger gegen Panzerfamilie?

ARD Monitor: Panzer nach Saudi-Arabien? (Video)

Focus: Die Macher des Leopard 2 (7 Seiten mit unseren besten Informanten!)

WirtschaftsWoche: Rüstungsriese manövriert sich ins Abseits

FTD: Der Panzerdeal wackelt

Handelsblatt: Miteigentümer haben Bedenken

Rheinpfalz: Der Alt-Linke und die Waffenfirma

tagesschau: Miteigentümer nennt "Leopard 2"-Export Wahnsinn

Der Westen: Rüstungsunternehmer begehrt auf

Berliner Zeitung (Titelseite): Der kritische Waffenhändler (auch FR)

Focus: Merkel wird Panzerdeal stoppen

dpa: Bundesregierung lehnt jede Auskunft ab

Der Freitag: Ein Manöver in eigener Sache

Die Welt: Künstler bremst die deutsche Panzeroffensive

Spiegel Online: Gesellschafter lehnt Geschäft ab

 

Auch international nimmt das Thema Fahrt auf:

Express (Frankreich): Scandale!

Kristeligt Dagblad (Dänemark): Kontroversiel

Lenta (Russland): Artikel

The Local: Activists offer cash for info on tank makers

Der Standaard (Belgien): Wapenhandelaar

Neues von unseren Sympathisanten #Teil 3

Wir kommen wegen momentan über 500 Mails pro Tag (wir feiern den 720.000. Besucher auf der Webseite) nicht mehr dazu, die Neuigkeiten und Vorgänge wirklich zu überblicken. Hier vier Auszüge: 1. Aus Hamburg erreichte uns diese Nachricht:

nun wird auch in der Freien und Hansestadt Hamburg nach Krauss-Mafia Wegmann gefahndet! An über 40 öffentlichen Plätzen, auf Plakatflächen, Litfassäulen und Hauseingängen (im einstigen jüdischen Grindelviertel, in Eimsbüttel und Altona) hängen die Poster der Heiligen Waffenallianz. An Restaurants, Supermärkten, Kitas und Postämtern wird gefahndet, an der [...] Roten Flora wird die Hamburger Bevölkerung auf zwei Familien aufmerksam gemacht, die schon sehr bald ganze Landstriche in Blut, Mord und Terror verwandeln könnten.

AUS RECHTLICHEN GRÜNDEN FEHLEN HIER ZWEI BILDER.

2. Aus Icking, dem Wohnort der Psychotherapeutin und Waffenhändlerin Vera von Braunbehrens, erreichten uns diese Bilder und diese Nachricht:

zuerst einmal möchten wir Euch unseren Dank aussprechen für das was ihr tut. Eure Arbeit ist statt durch Gewalt durch Schmerz getragen, statt polemisch zu werden, trefft ihr die Sache auf den Punkt, ihr hetzt nicht gegen andere, sondern zwingt andere zum reflektieren ihrer selbst. Eure Arbeit trägt auch hier, im tiefen Süden Deutschlands seine Früchte: In Icking hatte heute morgen jeder ein Infoblatt von ihr im Briefkasten...Danke für euer Sein,

3. In Kassel wurde August Bode die Ehrenbürgerschaft der Stadt aberkannt. Graswurzel.tv hat das ganze hier dokumentiert.

4. "1000 Words" sind teilweise sehr ehrliche, direkte und persönliche Botschaften an die Eigentümer, u.a. an:

Weitere Botschaften gibt es für:

 

Eklat im Hause KMW: Künstler fliegt raus!

Nach Recherchen der taz flog Burkhart von Braunbehrens bei der von uns angekündigten Eigentümersitzung am Samstag achtkantig aus dem Gesellschaftsrat von Krauss-Maffei Wegmann. Laut einem unserer Informanten sei dies mit den Worten geschehen: "Reden ist Silber, schweigen ist Gold!" Der Künstler hatte sich nicht an die branchenübliche Verschwiegenheit von Waffenhändlern halten wollen und u.a. dem ZDF und WDR Interviews gegeben (siehe unten).

Damit scheint der Machtkampf zwischen den Braunbehrens (die mit knapp 50 % Anteilen an KMW klar im Vorteil gegenüber den Bodes sind) und den Bodes vollends entbrannt: die Bodes drängen mit der aktuellen KMW-Spitze auf den Abschluss des Saudi-Deals. Die Braunbehrens sollen eine führende Anwaltskanzlei bereits damit beauftragt haben, ihre Einflussmöglichkeiten auf eine sich völlig verselbständigende Geschäftsleitung zu prüfen und gegebenenfalls juristisch ihren Willen gegenüber den Bodes durchzusetzen.

 
 

Presseupdate #2

Die wichtigsten Artikel zu unserer Aktion nach vier Wochen. Update: Bitte beachten Sie, dass Aufruf, Fahndung und Belohnung auf die Eigentümer nicht länger aktuell sind! Die Aktion wurde aus rechtlichen Gründen eingestellt.

 

Zitat des Tages

Lieber die paar Menschen an den Pranger, als ein ganzes Volk vor die Panzer.

Julian Fu auf der Facebook Seite von Pro Asyl

Absichtserklärung an Familie Braunbehrens gesendet

Wir haben der Familie Braunbehrens soeben eine Absichtserklärung zugestellt und sie aufgefordert, das Papier morgen bei ihrem Zusammnentreffen zu unterzeichnen.

Waffenhandels-Experte Andrew Feinstein über unsere Aktion

Der international bekannte Waffenhandels-Experte Andrew Feinstein ("The Shadow World") hat dem ZDF ein Interview gegeben, in dem er sich über unsere Aktion äußert: "The executives of the weapons makers should not be able to sleep at night!"

Das Interview in voller Länge finden Sie in der ZDF-Mediathek.

Waffenhandelnder Künstler im ZDF

Es ist ein Interview, das zunächst großen Respekt abringt: Burkhart von Braunbehrens stellt sich im ZDF. Der Waffenhändler berichtet von der Reaktion seiner Familie - die laut ZDF-Informationen übrigens die Mehrheit (!) an Krauss-Maffei Wegmann hält - auf den Saudi-Deal:

Die Reaktion meiner ganzen Familie war auch die, dass sie entsetzt war.


An anderer Stelle sagt Braunbehrens: dass seine Familie "das einhellig entsetzlich fand". Der Blumenmaler berichtet, wie "die Geschäftsleitung" (wahrscheinlich: Frank Haun) die Familie belogen und getäuscht habe. Die KMW-Spitze hätte den Braunbehrens mitgeteilt: "Es gibt sowas [wie den Panzerdeal mit Saudi-Arabien] nicht!"

Unausgesprochen bleibt aber, was das bedeutet: die Braunbehrens liessen sich mit dieser Antwort - trotz hunderter gegenteilig lautender Zeitungs- und Fernsehberichte, Sondersitzungen des Bundestages, Strafanzeigen und Protesten zu diesem imaginären Deal - abspeisen. Die gutgläubigen Braunbären wollen lieber ihrer (!) "Geschäftsleitung" geglaubt haben (eine Story, die wir ihnen nicht abnehmen). Daraufhin wiegelt Burkhart ab und relativiert:

Der Einfluss der Gesellschafter auf die unmittelbare Geschäftspolitik stellt sich die Öffentlichkeit wirklich etwas naiv vor. Wir sind halt ne Familiengesellschaft, die trotzdem mehr oder weniger wie eine Aktiengesellschaft, weil es soviele Familienmitglieder sind, funktioniert und der Einfluss des Einzelnen ist sehr begrenzt.

 

Das bleibt seitens des Interviewers unwidersprochen (der Stern und der WDR waren da härter). Burkhart scheint selbst zu glauben, was er da sagt. Aber es wird nicht wahrer. Der Panzerkonzern wird gehalten von einer Holding, die insgesamt 38 (!) Gesellschaftern gehört. Die Braunbehrens besitzen laut FOCUS 52,5 % dieser Holding. Was hat das mit einer Aktiengesellschaft zu tun? Warum sollte der Einfluss seiner Familie, der offenbar die Mehrheit an KMW gehört, da in irgendeiner Weise begrenzt sein? 

Wir waren eigentlich bereit, es dabei zu belassen, zumal wir Hochachtung empfinden für die Art, wie Burkhart bereit ist, der deutschen Öffentlichkeit Rede und Antwort zu stehen. Aber am Schluss folgt ein Akt, der an Dreistigkeit nicht zu überbieten ist: der Künstler berichtet, wie er dem Bundespräsidenten einen Brief geschrieben habe, in dem er fordert, "eine Lieferung von Panzern an Saudi-Arabien [dürfe] gegenwärtig nicht stattfinden". Das Panzergeschäft müsse als "feindliche und fatale Antwort" auf die arabische Demokratiebewegung verstanden werden. 

Diese Verwirrtheit muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: der Künstler, dessen Familie die Mehrheit an einem Waffenkonzern hält, fordert vom Bundespräsidenten, statt vom eigenen Geschäftsführer (den sie höchstpersönlich eingesetzt hat), den Milliardendeal zu stoppen. Nochmals: vom Bundespräsidenten. Ob er es schon beim Weihnachtsmann versucht hat? Das Interview in voller Länge finden Sie hier.

Zitat des Tages

Das hat nichts mit Kunst zu tun!

Der deutsche Waffenhändler Burkhart von Braunbehrens über die Lieferung einer Patrone (entschärft), die er im Rahmen der Aktion "100 Letters" (7. Berlin Biennale) erhalten hat. In der Aktion "erklären" (im doppelten Wortsinne) normale Bürger den Eigentümern von Krauss-Maffei Wegmann den Krieg.

 

SHOWDOWN: 16. JUNI 2012

Uns liegen interne Dokumente vor, die beweisen, dass zumindest ein großer Teil der KMW-Eigentümer sich am Samstag, den 16. Juni 2012, an einem noch geheimen Ort zusammenfindet. High-Noon im Hause KMW, denn das gab es noch nie in der Unternehmensgeschichte: dass sich die zerstrittenen Eigentümer an einen Tisch setzen. So interessant es ist, sich auszumalen, wo dieses Treffen stattfindet (wir haben 13 der Paten angewiesen, sich am 17.6. frühmorgens jeweils vor den Häusern der Eigentümer auf die Lauer zu legen und ihnen zu folgen), wichtiger sind die Entscheidungen, die bei diesem Showdown gefällt werden. Wir haben alle Möglichkeiten für Sie vorskizziert:

Szenario A
Die Braunbehrens-Familienmitglieder setzen sich gegen den aggressiven Bode-Clan durch und verhindern den schmutzigen Saudi-Deal. Einen Tag darauf verlautbaren sie die Entscheidung. 2013 erhalten sie dafür die Carl-von-Ossietzky-Medaille der Internationalen Liga für Menschenrechte, sowie 27 weitere bundesweit anerkannte Friedens- und Menschenrechtspreise. Das Zentrum für Politische Schönheit stiftet dem fehderführenden Clan eine Statuenreihe von sechs Braunbären in Berlin.

Szenario B
Rein rechnerisch überwiegt der Stimmenanteil der Braunbehrens-Familienmitglieder, aber der KMW-Gesellschaftervertrag ist geheim (wir arbeiten dran!), wodurch aktuell unklar ist, ob der Bode-Panzerclan sich dennoch über Sonderbestimmungen durchsetzen kann (Achilles-Ferse: Isabel Glinicke, die nach Sylt geflüchtet ist). Gehen wir davon aus, dass es dem Bode-Clan möglich ist, das Geschäft mit Saudi-Arabien gegen den Willen der Braunbehrens-Eigner durchzusetzen. Dann ist es dem Braunbehrens-Clan aufgrund der Nachrichtenlage und unter dem enormen Druck der Öffentlichkeit wie enger Freunde unmöglich, hinter dem Saudi-Deal zu stehen. Die Braunbehrens-Familie verkauft seine Firmenanteile am unmoralisch agierenden Panzerunternehmen. Da die Familien konträre Auffassungen vertraten und die erste und letzte Sitzung aller Eigentümer im Unguten endete, verkaufen die Braunbehrens ihre Anteile an die Rheinmetall AG (der größte Albtraum für die Bodes).

Szenario C
Der Worst Case: rein gar nichts geschieht oder wird beschlossen. Die Eigner schweigen weiter und 270 Panzer werden der siebtschlimmsten Diktatur der Erde geliefert. An dem Geschäft haften bis in alle Ewigkeit die Namen der durch uns öffentlich gemachten Familienmitglieder (machen Sie den Test und geben einen der Eignernamen in die Google-Suche).
2017 fällt Saudi-Arabien in einem Nachbarstaat ein und macht sich Verbrechen an der Menschheit und eines Angriffskrieges schuldig. 2022 werden die Bode- und Braunbehrens-Clanmitglieder dem Internationalen Strafgerichtshof überstellt. Die Richter folgen kopfschüttelnd der Argumentation, dass die Bodes und Braunbehrens 2012 im vollen Licht der Öffentlichkeit und im Vollbewusstsein dessen, wer Saudi-Arabien ist, andere Sorgen gehabt hätten. Die Familienmitglieder erneuern das Bild der ahnungslosen Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg.

Einblicke in die Seele eines Waffenhändlers beim WDR

Es ist soweit: der erste Eigentümer hat den Schritt aus der Deckung in die Öffentlichkeit gewagt und sich in einem bislang völlig unbeachtet gebliebenen WDR-Interview in eine Panzerkette von Widersprüchen eingehüllt. Unter dem Titel Darf man an Rüstungsexporten verdienen? fühlt der Moderator Jürgen Wiebicke dem verwirrten Alt-Linken in dankenswerter Weise auf den Zahn. Soviel vorweg: der Blumenmaler macht dabei keine gute Figur, obschon er aus unserer Sicht Hochachtung für den Versuch verdient, sich einer Debatte zu stellen, in der 94 % der deutschen Bevölkerung gegen ihn stehen.

Die Lieferung der 270 Kampfpanzer bezeichnet Braunbehrens als ein "unmögliches Signal" und lässt durchblicken, dass die anderen Eigentümern im Streit darüber liegen, wie sie sich zu dem unmoralischen Geschäft verhalten sollen: "Also, ich kenne einige, die das nicht gut finden!"

Dann aber rudert er zurück und behauptet, das alles sei seine "total persönliche Meinung als Staatsbürger". Er wolle sich ohnehin nur "staatsbürgerlich verhalten". Damit dürfte der Blumenmaler sich selbst in bourgois und citoyen unterteilt haben, wodurch er allerdings in nackten Nihilismus abgleitet, wenn er kurz darauf versucht, den Export von schwerem Kriegsgerät in eine der schlimmsten Diktaturen der Welt damit zu begründen, dass Deutschland sich in Libyen "nicht engagiert" habe.

Moderator: "Dann können Sie sich ja zusammenschliessen und den Deal stoppen!" - Braunbehrens: "Unsere Firma ist wie eine Aktiengesellschaft. Sie wissen, wie eine Aktiengesellschaft funktioniert. Das wäre völlig illusionär."

Der Moderator fragt nach, wie er zu seinen Anteilen gekommen sei. Braunbehrens: "Das ist 'ne lange Geschichte, aber im Prinzip durch Erbschaft." - Moderator: "Aber als Ihnen das klar war, dass es nicht so sehr um Wagons, sondern um Waffen ging, was ging da in Ihnen vor?" - Braunbehrens: "Da wollt' ich es erst mal loswerden." - Moderator: "Sie wollten verkaufen?" - Braunbehrens: "Ja, also, das ist eine lange Geschichte. Aber ich hab natürlich völlig wie jeder Jugendliche reagiert, ich hab gesagt: Ich möcht' damit nichts zu tun haben."

Moderator: "Haben Sie Versuche gemacht, den Anteil loszuwerden?" - Braunbehrens: "Ja, das ist nach der Firmenkonstruktion und nach den Gesellschaftsstrukturen... Das ist ja keine Aktiengesellschaft. Es sind ja keine frei verkäuflichen Anteile. Es ist außerordentlich schwierig. Jemand mit einem kleinen Anteil kann eigentlich relativ wenig dafür tun." - Moderator: "Es wird gemunkelt, dass Ihr Anteil ungefähr 25 Millionen beträgt." - Braunbehrens: "Das wäre schön. Aber... Auf der Ebene möchte ich mich mit Ihnen nicht unterhalten."

Wir haben einen Remix mit diesen Pirouetten zugespielt bekommen:

Bei dem Zick-Zack-Antwortenkurs des verwirrten Blumenmalers könnte einem schwindelig werden. Wenn es um seine Verantwortung als Eigentümer geht, verlagert sich Braunbehrens darauf, dass seine Anteile wie bei einer Aktiengesellschaft sind und wenn es darum geht, die Firmenanteile zu verkaufen, behauptet er das exakte Gegenteil. Dazu muss man wissen, dass die Geschichte 'KMW & Burkhart von Braunbehrens' nicht so lang ist, wie der Künstler sie offenbar gerne hätte. Der Alt-Linke wurde aufgrund seiner Revoluzzer-Vergangenheit bis 2008 bewusst als einziges Familienmitglied aus der Firma ausgeschlossen und ist erst seit 2008 Anteilseigner bei Krauss-Maffei Wegmann. Getreu dem Motto, dass der Aufsteiger der beste Verfechter der Normen der Schicht ist, in die er aufsteigen will, strengt sich Braunbehrens an, ein guter Panzerproduzent zu sein und macht dabei vieles falsch. Der Moderator konfrontiert ihn damit, was er davon halte, dass er heute sein Geld "in einer der finstersten Branchen" verdiene. Braunbehrens versucht dabei nicht einmal zu behaupten, sein Geld mit seiner Kunst zu verdienen. Auf die Frage, wie er als alter Kommunist zu Waffengeschäften stehe, gibt Braunbehrens zur Antwort:

Wir Kommunisten waren gerade in dieser Sache immer sehr realistisch!

Für ihn mache es keinen Unterschied, ob Krauss-Maffei Wegmann "Waffen oder Margarine oder sonstwas" produziere. Statt wie in früheren Aussagen behauptete er diesmal nicht, von der Bundesregierung zum Saudideal gezwungen worden zu sein. Er sei "nicht informiert" über das Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft im Falle seiner Firma. Dafür lobt der Moderator: "die meisten machen dieses Geschäft diskret" (unter den deutschen Waffenhändlern) und fragt: "Was denken die anderen über ihren Auftritt hier?" - Braunbehrens: "Der ist höchst umstritten."

Schliesslich lobt Braunbehrens unsere Effizienz, dass er bis in alle Ewigkeit als Waffenhändler erinnert wird: "Schlingensief hat mal gesagt: 'Tötet Kohl!' - Das war noch ne Kunstaktion, die fragwürdig war, aber es war völlig klar, dass es 'ne irreale Geschichte gewesen ist. Was an der Kampagne unangenehm ist, dass es ne reale Bedrohung ist, die gezielt eingesetzt wird. Herr Ruch schreibt eine Doktorarbeit, wie die alten Griechen das Mittel der persönlichen Verleumdung in der politischen Auseinandersetzung benutzt haben."

Moderator: "Also sie fühlen sich auch bedroht?" - Braunbehrens: "Ja sicher. Ich fühle mich in meiner ganzen Biographie bedroht. Das ist mein Leben sozusagen. Ich schätze das höher als mein physisches, muss ich Ihnen ehrlich sagen." - Moderator: "Wie ist diese Bedrohung spürbar?" - Braunbehrens: "Das ist jetzt langweilig! [...] Ich rede jetzt nicht über meine Gefühle. Ich rede hier als Staatsbürger. Das ist hier meine Aufgabe."

In uneigener Sache: Der neue Zebra 3 A7-

Im Laufe einer Aktion verfangen sich im Netz immer mal wieder Missverständnisse. Da das Zentrum für Politische Schönheit zur Zeit allerdings einigen Interessengruppen und Besitzstandswahrern in die gut ausgestattete Parade fährt, wächst die Zahl der Versuche, Fakten zu verwaschen und unser Kunstwerk zu diskreditieren. Wir möchten ausdrücklich dazu ermutigen, damit weiterzumachen! Auf diese Weise bekommen wir nämlich die Möglichkeit, einen Überblick darüber zu erhalten, wo die Unterstützer des KMW-Clans auf politischer Bühne sitzen. In Kürze werden wir hierzu pikante Erkenntnisse präsentieren. Wir möchten zunächst auf drei besagte Missverständnisse eingehen:

„D“ wie Denunziation: Viele bezeichnen unser Kunstwerk als Kampagne zur „Denunziation“. Wir weisen diesen Vorwurf entschieden von der Hand, insbesondere wegen seiner Assoziationen mit Unrechtsregimen wie der NS-Zeit oder der DDR. Wir wollen hier aus dem Wikipedia-Artikel zu „Denunziation“ zitieren: „Im ethischen Sinn wird allgemein von Denunziation gesprochen, wenn in einem nicht freiheitlichen System Menschen bei staatlichen Vollzugsbehörden angezeigt werden, obwohl dem Anzeigenden klar sein muss, dass er sie damit der Gefahr der politisch motivierten Verfolgung aussetzt (siehe z. B. Heimtückegesetz).“ Wir halten fest: nirgends darf sich ein Rechtsstaat derart viel einbilden wie in Deutschland. Wir leben in einem System mit den größtmöglichen politischen Freiheiten (insbesondere der Kunstfreiheit, wie man an uns selbst leicht erkennen kann; in den meisten anderen Staaten wären wir jetzt tot oder im Untergrund).
Interessant ist, was laut Wikipedia keine Denunziation ist: „Bei rechtmäßigen Anzeigen in den meisten Staaten bei bestimmungsgemäßer Gesetzesausübung spricht man deshalb nicht von Denunziation. Ebenfalls kein Denunziant ist, wer zur Abwehr von Gefahren für die Allgemeinheit oder einen Teil derselben bei Ämtern und Behörden auf einen Missstand hinweist.“ AUS RECHTLICHEN GRÜNDEN FEHLT HIER EIN SATZ.

„P“ wie Pranger: Manchem Debattierer stellt sich die Frage, wie es mit einem moralischen Anspruch zusammengeht, einen „modernen Pranger“ zu errichten. Hierzu ist darauf hinzuweisen, dass das ZPS keine Ansammlung von gesinnungsethischen Pseudo-Gutmenschen ist, sondern Künstler darstellt, die alle zur Verfügung stehenden künstlerischen Mittel möglichst öffentlichkeitswirksam in den Dienst eines konkreten Ziels stellen. Dabei kann es sein, dass etwa Provokation, künstlerische Verfremdung oder Überspitzung diesem Zweck dienlich sind – die einzigen Mittel, die man der finanziell und personell weitaus überlegenen Gruppe der Lobbyisten entgegenstellen kann.
In diesem Fall ist es nicht unser Ziel, die Reputation von einzelnen Personen zu beschädigen. Es wurden nur öffentlich zugängliche Informationen (siehe Handelsregister) zusammengetragen, wodurch falsche Reputationen automatisch verschwanden. Ansonsten müsste auch vom Handelsregisterpranger die Rede sein. Wird der durch und durch schändliche Deal abgeblasen, dürfen die KMW-Eigner auch wieder unbehelligt ihre Vita verschleiern.

„P“ wie Pazifismus: Verwirrte Zungen mokieren, das ZPS würde sich selbst widersprechen, wenn es einerseits gegen Waffenlieferungen agitiere und andererseits, wie im Hinblick auf die Vorkommnisse während des Bosnienkrieges, für militärische Interventionen plädiere. Dies sei unpazifistisch. Das ZPS gehört aber gar nicht zur pazifistischen Friedensbewegung, sondern tritt für die entschiedene, wenn nötig auch von den Vereinten Nationen legitimierte, militärische Durchsetzung der Menschenrechte ein. Das Völkerrecht braucht ein Schwert! Das ZPS hätte zum Beispiel nichts dagegen, wenn „Krauss-Maffei Wegman“ einen Panzer bauen würde, der im Gegensatz zum „Leopard 2 A7+“ nicht für die Aufstandsbekämpfung im Häuserkampf, sondern für den Kampf der Aufständigen gegen die machthabenden Diktaturen konstruiert wäre (Namensvorschlag: „Zebra 3 A7-“ oder „Maulwurf 5 B2“). Es ist kein Widerspruch, wie damals in Srebrenica oder aktuell in Syrien, einer militärischen Unterstützung der Unterdrückten und Entrechteten das Wort zu reden und gleichzeitig eine Waffenlieferung an Unterdrücker zu bekämpfen. Wenn etwa von Braunbehrens darin einen Widerspruch ausmachen will, täuscht er sich. Wir werfen ihm vor, dass er in Srebrenica an die Serben geliefert hätte, so wie er heute an die Saudi-Diktatoren liefern will.

"K" wie Kopfgeld: In vielen Presseartikeln ist davon die Rede, wir hätten auf die Familien Bode und Braunbehrens ein "Kopfgeld" ausgesetzt. AUS RECHTLICHEN GRÜNDEN FEHLT HIER EIN SATZ. Dem ist nicht so: Wir haben uns seit der ersten "Werkschau" gegen diese inkriminierende Sprachregelung verwehrt (wie Sie z.B. hier nachlesen können).

"S" wie Selbstjustiz: Wir bevorzugen den philosophischen Fachbegriff der Selbsthilfe. Das Zentrum für Politische Schönheit denkt seit Jahren darüber nach, wie nichtstaatliche Mittel zur Durchsetzung der Menschenrechte genutzt werden können. Wenn eine Person auf dem Territorium der Bundesrepublik versuchte, 270 Maschinengewehre an einer Strassenecke zu verkaufen, würde sie auf Jahrzehnte eingesperrt. Versuchen 38 Personen gewerbsmässig 270 High-Tech-Kampfpanzer an eine der schlimmsten Diktaturen der Welt zu verkaufen, verfällt der deutsche Rechtsstaat in Tiefschlaf: selbst nach der Strafanzeige eines Bundestagsabgeordneten wurde der Generalbundesanwalt nicht tätig. Auf unsere Anfrage dauerte es geschlagene drei Wochen, bis wir die Antwort erhielten, die Anzeige von MdB Volker Beck sei dort nie eingegangen (die Staatsanwaltschaft München behielt sie offenbar lieber in der Schublade). AUS RECHTLICHEN GRÜNDEN FEHLT HIER EIN SATZ. Nachdem alle konventionellen Protestformen versagt und die Eigentümer sich selbst als Opfer ihres Besitzes sehen ("Alles was du besitzt besitzt irgendwann dich"), können nur noch Gott oder Kunst weiterhelfen.

Der Künstler kneift!

Hier überschlagen sich die Ereignisse. Zunächst eine Bitte um Nachsicht in eigener Sache: wir erhalten täglich mehrere hundert Emails. Wir bitten zu entschuldigen, wenn wir derzeit nicht alle Schreiben beantworten können und möchten Ihre Aufmerksamkeit vielmehr auf die Möglichkeit lenken, den Eigentümern direkt zu schreiben. Zwar veröffentlichen wir keine Adressen, aber wir garantieren die Weiterleitung in schriftlicher Form, wenn Sie etwas schicken an: This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

Passend zu den nächtlichen Informationen von gestern, dass sich die zerstrittenen und durch Erbschaften überhaupt bei KMW eingereihten Eigentümer zum ersten Mal in der Geschichte am 17. Juni 2012 an einen Tisch setzen, geschah nun folgendes: Burkhart von Braunbehrens sagte das für Dienstag, 12. Juni, angesetzte Podiumsgespräch in den KunstWerken Berlin ab. Offenbar hat er nach seinem desaströsen Interview mit dem WDR einen Maulkorb verpasst bekommen und darf sich nicht mehr äussern, bis ein gemeinsamer Kurs im Umgang mit dem öffentlichen und medialen Druck aufgrund der Waffengeschäfte mit den Saudis gefunden ist.

Symbolischer Terrorismus?

 

Immer wieder fragen uns selbst erfahrene Kunstjournalisten: 'Was ist das?' Hier eine knappe Übersicht über die bisherigen Deutungsversuche:

  • Symbolischer Terrorismus
  • Visuelle Schändung
  • Soziale Würgeplastik (in Anlehnung an Beuys)
  • Ein pädagogisches Projekt für einen exklusiven Kreis schwerreicher Waffenhändler, die sich durch uns endlich als das zu sehen lernen, was sie sind.

Die Eigentümer von Krauss-Maffei Wegmann befinden sich in der durchaus unangenehmen Lage, der deutschen Öffentlichkeit und langjährigen Weggefährten unmissverständlich zu erklären, ob sie dieses Geld aus dem Waffenhandel mit totalitären Staaten auch verdienen wollen.

Der Gott des Blutbads

Immer mehr Menschen "entdecken" unter den deutschen Waffenhändlern ihre eigenen Bekannten. So meldet uns Angelika Müller, eine ehemalige Studentin von Volkmar von Braunbehrens (seit Bekanntwerden der Verwicklungen in die frühe Berliner 68er-Studentenbewegung auch: Schah-Volkmar), wie entsetzt sie gewesen sei, "als ich am Wochenende lesen musste, wofür v. Braunbehrens Verantwortung trägt. Es toppt aus meiner Sicht geradezu die Entwicklung Horst Mahlers. Hier ein irrer Geist, dort ein Händler des Todes!"

Schah-Volkmars Spitzname lautete in den Berliner Unikreisen damals: "Ares" - der griechische Gott des Krieges, des Blutbades und der Massaker. Müller hinterläßt ihm eine denkwürdige Botschaft, die wir mit ihrer Erlaubnis hier wiedergeben:

Werter Volkmar von Braunbehrens, lieber Ares, aus alter Gewohnheit bleibe ich beim Du. Ich war eine Deiner Studentinnen. Zusammen mit Rüdiger Safranski, Horst Domdey, Gerhard Bauer, Friedrich "Fedor" Rothe u.a. gehörtest Du zu einer Gruppe von Professoren und Dozenten, die uns eine andere Sicht auf die Literatur lehrte. Im Jahre 1974 noch keine Selbstverständlichkeit am Germanistischen Seminar der Freien Universität Berlin, am späteren Peter-Paul-Zahl-Institut. Für mich allerdings wurde die sogenannte Materialistische Literaturwissenschaft sehr schnell zu einer Selbstverständlichkeit, dank Deiner und der anderen. Hier wurde das, was sich bereits in der Schulzeit Gehör verschaffen wollte, zur konkreten wissenschaftlichen Arbeit. Bei Dir schrieb ich auch mein erstes Papier zum Thema Göttinger Hain - Voss/Stolberg. Ich erinnere noch sehr gut meine große Freude, als Du es als vorzüglich bezeichnetest. Ich erinnere noch sehr gut Deine konstruktive Kritik und wie viel Zeit Du Dir nahmst, um das Papier einer Studentin im zweiten Semester ausführlich zu besprechen. Und ich erinnere noch sehr gut Deine politische Haltung. Gut, damals waren wir alle politisch, zumindest die meisten von uns, und ich war sehr jung. Meine Fragen jedoch, was will, soll, was kann Literatur im gesellschaftspolitischen Kontext, wurden beantwortet. Und diese Antworten haben noch heute Gültigkeit für mich. Ebenso meine Erkenntnisse zu den Fragen nach Gerechtigkeit, Solidarität, Verteilung, zu der Frage nach politischer Verantwortung. Um so entsetzter bin ich, dass jemand, der - wenn auch nur kurz - meinen Erkenntnisprozess befördert hat, diese meine Werte, die einst wohl als unsere gemeinsamen hätten bezeichnet werden dürfen, derart mit Füßen tritt.

Angelika Müller

Brisantes Material zu Volkmar von Braunbehrens aufgetaucht

Was unser Wühlunternehmen derzeit alles zutage fördert: bislang sind 52 Hinweise über die Eigentümerinnen und Eigentümer von KMW eingegangen, AUS RECHTLICHEN GRÜNDEN FEHLT HIER EIN NEBENSATZ.. Dass in den Eignern viel ‚deutsche Geschichte’ steckt, demonstriert z.B. Volkmar von Braunbehrens. VvB (so unser internes Fahndungskürzel) gehörte ebenfalls zur Führungsriege der Studentenbewegung von 1968.
Nach der Eskalation der Demonstrationen anlässlich des Schahbesuches in Berlin und der Erschießung Benno Ohnesorgs setzte das Berliner Parlament einen Untersuchungsausschuss ein, der nicht grundlos auch Volkmar von Braunbehrens vorlud. Das Protokoll der Sitzung wurde uns von einem Informanten zugespielt. Eine Kostprobe:

Werth: Wie weit sind Sie der Auffassung, daß über bestehende Ordnungen bei Demonstrationen oder bei Veranstaltungen innerhalb der Universität hinweggegangen werden kann, ohne daß man sich dadurch strafwürdig macht?

Braunbehrens: Über diese Sachen braucht es keine Vereinbarung zwischen den Gruppen –

Werth: Nein, nein, ich möchte jetzt Ihre Meinung wissen. [...]

B: [...] Wenn es um die Frage geht: Demonstrationsrecht oder den grünen Rasen kaputtzumachen, dann würde ich auf Kosten des höher zu schätzenden Demonstrationsrechts notfalls in Kauf nehmen, daß ein Rasen kaputtgeht. [...]

Werth: Die Demonstration hat doch wohl irgendwelche Grenzen, oder woraus entnehmen Sie, daß sich die Demonstration über alles hinwegsetzen darf?

B: Eine friedliche Demonstration, die sich zu einem Sit-in in einer Halle zusammenfindet, argumentiert und diskutiert –

Werth: Gegen den Willen des Hausherrn?

B: Gegen den Willen des Hausherrn. – Eine Demonstration also –

Werth: Ist zulässig? [...]

B: Wenn es keine anderen Mittel gibt, die Universität z.B. dazu zu bringen, über gewisse Dinge zu verhandeln oder ähnliches, dann ist das manchmal notwendig. [...]

B: Wenn Rollkommandos kommen und drinnen auf irgendwelche Leute tätlich vorgehen, dann würde ich mich natürlich in irgendeiner Weise zur Wehr zu setzen versuchen.

Das Protokoll kann hier heruntergeladen werden. Interessant sind diese Aussagen nicht nur, weil sie auf die Bedeutung von Volkmar von Braunbehrens, langjähriges Vorstandsmitglied der Humanistischen Union, für die frühe 68er-Bewegung hinweisen, sondern auch, weil er in der Rolle des "Hausherren" des besetzten Hauses Freien Antonia im Jahre 2009 in Freiburg 45 Strafanzeigen stellte und die Rollkommandos gegen friedliche Sit-Ins kommen liess.

Update: Für interessierte Journalisten; das Verhör vom 1. Februar 1968 wurde auch im Radio übertragen. Die Bänder lagern beim SFB.

Presseupdate zur Aktion

Ein kurzes Presse-Update mit einigen Artikeln aus den vergangenen Tagen. Update (4.7.2012): Bitte beachten Sie, dass Aufruf, Fahndung und Belohnung auf die Eigentümer nicht länger aktuell sind! Die Aktion wurde aus rechtlichen Gründen eingestellt.

Deutschlandradio: Künstlerkollektiv setzt "Kopfgeld" aus

W&V: Krasse Kampagne gegen Waffenhändler

dpa: Kunst gegen Panzer

Hessischer Rundfunk: Industriellenfamilie am Pranger

SWR2: Kunst als Waffe

WDR: Was darf Kunst?

WDR 5: Familienkrach bei KMW

Themen der Zeit: Anthroposophen beim Panzerdeal aktiv?

Neues Deutschland: Panzer-Fahndung

wissenrockt: Kopfgeld auf Panzerprofiteure

Auch die englischetschechiche, belgischetürkische und (Überraschung, in einem Land ohne jede Kunst- und Pressefreiheit) arabische Berichterstattung kommt in Gang.

"Lobbyisten in die Lobby!" KMW-Schleichwerbung im Bundestag

Im Laufe dieser Aktion konnten wir viel über den Missstand lernen, dass ein Grundgesetzartikel nicht immer die entsprechende Befolgung in der Realität findet. Dass nach Artikel 14 GG Eigentum verpflichtet und sein Gebrauch zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen soll, hält die Eigentümer von KMW bekanntlich nicht davon ab, dem Wohle des genauen Gegenteils, nämlich einer speziellen Interessengruppe zu dienen. Aus diesem Grunde wird der KMW-Clan zur Zeit von uns mit dieser grundgesetzlichen "Allgemeinheit" konfrontiert.

Ein anderer, recht vage formulierter, aber kaum falsch zu verstehender Passus ist Artikel 38, der unseren Bundestagsabgeordneten Privilegien einräumt und dies mit ihrer herausgehobenen Stellung als „Vertreter des ganzen Volkes“, die „nur ihrem Gewissen“ unterworfen sind, begründet. Wenn sich Volksvertreter also nach Prüfung ihres Gewissens dazu entschließen, nicht als Volksvertreter, sondern als Lobbyisten zu agieren, ist trotzdem kein Kraut gegen sie gewachsen. Man kann auch keinen Misstrauensantrag gegen sie stellen. Es bleibt nur, sie zu enttarnen – in der Hoffnung, dass sie in ihrem Wahlkreis abgewählt werden. Aber selbst dann können sie über die Liste ihrer Partei schon wieder in den Bundestag einziehen. So ist es möglich, dass Lobbyisten, die eigentlich nur in der Bundestagslobby hereinkommenden Abgeordneten auflauern dürften, dies hochöffentlich im Plenarsaal und am Rednerpult bewerkstelligen.

Wir möchten aus gegebenem Anlass auf zwei Exemplare dieses Abgeordnetentypus aufmerksam machen: Der bereits mehrfach auffällig gewordene CSU-“Politiker“ Hans-Peter Uhl (Insiderspitznahmen: „Sündenuhl“, „Dingo-Hape“), in dessen Wahlkreis ein Werk von KMW steht, sowie der erfrischend schamlose FDP-Vize-Fraktionsvorsitzende Martin Lindner (Insiderspitznahme: „Eierkrauler“, „Saudi-Lindner“). Falls Sie im Fernsehen, im Radio oder in der Zeitung auf einen dieser Namen stoßen sollten, seien Sie sich bitte bewusst, dass hier zwei mutmaßliche KMW-Lobbyisten mit dem Werkzeug aus dem Propaganda-Koffer die deutsche Öffentlichkeit gezielt über den Panzerdeal nach Saudi-Arabien täuschen. Ob, wie und von wem Sünden-Uhl und Saudi-Lindner für diesen Dienst entlohnt werden, wird Gegenstand von Ermittlungen sein. Anhand einiger Zitate aus den letzten Reden der beiden Lobbyisten, die sich ins Parlament verlaufen haben, eine kleine Hilfestellung, um die Muster propagandistischer Rhetorik aufzudecken:

[...] Menschenrechte sind immer anzusprechen, wenn sie verletzt wurden, und dennoch müssen wir uns der realpolitischen Situation stellen.

Hans-Peter Uhl, 6. Juli 2011 im Deutschen Bundestag zur Aktuellen Stunde: Waffenexport an Saudi-Arabien

Hier ist ein typischer, wenn auch sehr plump ausgeführter Trick zu bestaunen: Die Realität wird mutwillig in die eigene Perspektive gezwängt und alles, was außerhalb dieser steht, als nicht realpolitisch situiert. Auf diese Weise soll der Gegner verunsichert werden, obwohl er nur gegenfragen müsste, ob denn Verbrechen gegen die Menschenrechte keine realpolitische Situation darstellen.

Es ist doch kein Zufall, dass wir in Deutschland den zugegebenermaßen besten Panzer herstellen.

Hans-Peter Uhl am 6. Juli 2011 im Deutschen Bundestag zur Aktuellen Stunde: Waffenexport an Saudi-Arabien

Das Schlüsselwort in diesem Satz ist das ironisch verwendete „zugegebenermaßen“. Eine zusammenhanglose und für das konkrete Anliegen eher schädliche, bestenfalls irrelevante Werbeinformation, wird so dargestellt, als müsse man sich für sie entschuldigen: Eine beliebte Populisten-Methode, die den Zuhörer über Trotz auf die eigene Seite ziehen soll.

[...] es ist auch kein Zufall, dass dort (bei Krauss-Maffei Wegmann, Anm. d. R.) der Dingo hergestellt wird, in dem – teu, teu, teu – noch keiner unserer Soldaten in Afghanistan ums Leben kam.

Hans-Peter Uhl am 6. Juli 2011 im Deutschen Bundestag zur Aktuellen Stunde: Waffenexport an Saudi-Arabien

Ein bewährtes Propaganda-Mittel ist die Ablenkung und Zerstreuung über zustimmungserheischende Anbiederungen. In diesem Fall ist die offensichtliche KMW-Werbung allerdings dann doch sehr auffällig, zumal auch diese Information rein gar nichts mit dem Thema der Aktuellen Stunde zu tun hat.

Wir müssen doch akzeptieren, dass Israel offenkundig eine andere Bedrohungslage ausmacht, mehr aus Osten kommend und weniger aus Süden [...]

Martin Lindner am 6. Juli 2011 im Deutschen Bundestag zur Aktuellen Stunde: Waffenexport an Saudi-Arabien

Ein bodenlos schäbiger Versuch, solidarische Gefühle zu Israel zu instrumentalisieren, um eine bestimmte Absicht zu legitimieren. Erst das Mittel der Redundanz, die stupide Wiederholung der immer gleichen, halbgaren oder abwegigen Argumente erzeugt  die gewollte Wirkung. Der Adressat wird solang mürbe gemacht, bis er keine Kraft mehr dazu hat, schon wieder auf die unverfrorene Dämlichkeit eines Nicht-Arguments einzugehen.

Ich habe Ihnen gesagt, wenn sie in einer so schwierigen Situation wie im Nahen und Mittleren Osten, im Kampf gegen den Terrorismus stehen, müssen sie natürlich auch Kooperationen eingehen und Dinge verhandeln, die nicht immer schön sind oder die nicht immer einem Schwarz-Weiß-Schema, wie es eine populistische Partei gerne hat, entsprechen.

Martin Lindners Kurzintervention am 8. August 2011 (an Gregor Gysi)

Dieses krude Satz-Scheusal dient der Verschleierung. Das Bemühen von hohlen Phrasen („...Dinge verhandeln, die nicht immer schön sind...“) und Totschlagwörtern („Kampf gegen den Terrorismus“) zündet pausenlos Nebelkerzen. Bis diese wieder erloschen sind, haben sich alle Debattenteilnehmer auf Nebenschauplätzen verausgabt und das eigentliche Thema bleibt angenehm unberührt.

 

Mitarbeiterliste von KMW im Internet aufgetaucht

Im Internet ist eine Liste mit 237 Namen von KMW-Mitarbeitern aufgetaucht. Der betreffende Blogger "Klardenker Esslingen a. N." sucht die Auseinandersetzung mit den KMW-Mitarbeitern. Er schreibt:

Liebes KMW-Personal, die Kommentarfunktion steht Euch offen. Warum arbeitet Ihr für die Spaltung der Welt? Warum beteiligt Ihr Euch an Kriegen, die nur maximal ein Prozent der Weltbevölkerung wirklich wollen? Ist es nur weil Ihr Eure Familie ernähren müsst? Habt Ihr mit Euren vielfältigen Kenntnissen und Interessen keine freie Berufswahl? Werdet Ihr von irgendeiner Seite erpresst oder bestochen, bei KMW zu bleiben?

Damit spielt der Blogger darauf an, dass im Jahre 2012 in Deutschland tausende Ingenieure für die Waffenindustrie an Schreibtischen sitzen und im Zehnstundentakt versuchen, schweres Kriegsgerät noch tödlicher zu machen (German "Spitzentechnologie").

Der Blogger scheint mit seiner Offenlegung einen wunden Punkt getroffen zu haben. Erwartete er 200 Besucher pro Tag, seien es derzeit Tausende. Unsere Webprotokolle (die Seite verlinkt zu 25000-euro.de) bestätigen, dass ein reger Besucherstrom von den IP-Adressen des Krauss-Maffei Wegmann Konzerns hin- und herpendelt.

Gestern abend entschied sich "Klardenker Esslingen" allerdings dazu, die Kommentarfunktion zu schliessen:

Die zahlreichen Kommentare zu dem Artikel stammen offenbar von KMW-Mitarbeitern; man darf aber auch spekulieren, ob dazu nicht eine Agentur eingesetzt wurde. Denn die Kommentare zu dem Artikel haben so ihre eigene Qualität. Sie zeigen die äußerst perfide Rechtfertigungsrhetorik der KMW-Mitarbeiter. Von einem Bewusstsein für die Tragweite des eigenen Handelns oder von einem verantwortungsvollen Umgang mit anderen Kulturen kann nicht die Rede sein. Stattdessen wird KMW als gut zahlender Arbeitgeber genannt, und irgendwer müsse die Saudis ja beliefern, wenn wir es nicht täten, dann jemand anders. Dass KMW-Produktionen auch dem Niederschlag von Aufständen dienen könnte oder dass Kriegsgerät allgemein dem Krieg, und damit dem Töten von Menschen dient, scheint für die KMW-Mitarbeiter eine abstruse Verschwörungstheorie zu sein.

Die Kommentare finden Sie hier

Bundestagsabgeordneter Uhl wird "aktiv"

Der Bundestagsabgeordnete Hans-Peter Uhl (CSU), bekannt für seine grenzwertigen Verstrickungen mit dem Panzerkonzern Krauss-Maffei Wegmann (das Münchner Werk befindet sich in seinem Wahlkreis), setzt derzeit offenbar alle Hebel in Bewegung, um unsere Aktion zu behindern. Da er nichts findet, gegen das er direkt vorgehen kann, versucht er es über zwei Bundesministerien, die unsere künstlerischen Arbeiten in der Vergangenheit mittelbar gefördert haben. Diese erhielten jetzt über die Parlamentarischen Staatssekretäre die höchste Form des politischen Aktivismus in Deutschland, eine "Anfrage" von MdB Uhl, ob sie (sinngemäß) noch alle Tassen im Schrank hätten, KMW-Gegner zu fördern. Seither hagelt es panikartige Anrufe aus den betroffenen Ministerien, wir mögen Sie von unserer Webseite entfernen. So schreibt heute morgen eine Dame aus dem Referat K3 ("Internet, Soziale Medien, Bürgerkommunikation") des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ):

Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Frau Gudrun Kopp, erhielt eine Anfrage eines Bundestagskollegen nach dem Nennungszusammenhang des BMZ auf der Internetseite des Zentrums für Politische Schönheit. Wie Sie bestätigen konnten, besteht zwischen dem BMZ und dem ZPS kein direkter (Förder-) Zusammenhang. [...] Vor diesem Hintergrund möchten wir Sie im Auftrag von Frau PStS´in Kopp darum bitten, das BMZ von der Website des ZPS zu streichen. Bitte geben Sie kurz Bescheid, wenn die Umsetzung erfolgt ist. Wir danken Ihnen vielmals für Ihr Verständnis und verbleiben

Update 1: ein Leser machte uns darauf aufmerksam, dass Frau Gudrun Kopp für die FDP im Bundestag sitzt und am 8. Juli 2011 gegen alle drei Anträge zur Verhinderung des Waffendeals gestimmt hat.
Update 2: Gudrun Kopp musste sich auf abgeordnetenwatch.de inzwischen zu dem Vorfall äussern. 
Update 3: Auch das Familienministerium hat auf Intervention von Hans-Peter Uhl in einem Brief um die Streichung des Namens als Förderer gebeten.

Auch das Bundesfamilienministerium drängt derzeit darauf, nicht länger als Förderer der politischen Schönheit aufzutreten. Hans-Peter Uhl, Bundestags-Hinterbänkler, aber wichtiger Mann in Sachen Verteidigung des Milliardendeals (neben Florian Hahn und Martin Lindner), hatte im Juli letzten Jahres bei Anne Will die Debatte als "Hochamt der Heuchelei, hysterisch inszeniert" bezeichnet und musste sich damals schon anhören, ein Agent von KMW zu sein. Auf eine Bürgernachfrage, ob er befürchte, der Leopard 2 könnte zur Aufstandsbekämpfung eingesetzt werden, antwortet Uhl allen Ernstes:

In Saudi-Arabien liegen die Menschenrechte zwar in vielerlei Hinsicht im Argen. Es ist jedoch nicht erkennbar, dass militärische Mittel gegen friedliche Demonstranten eingesetzt werden. 

Damit täuscht Uhl (wie zuletzt schon MdB Florian Hahn) die deutsche Öffentlichkeit darüber, dass [a] der Leopard 2A7+ zur direkten Aufstandsbekämpfung entwickelt wurde und [b] saudische Panzer im Nachbarstaat Bahrain demokratische Bewegungen mit Panzern bekämpfen. Herr Uhl muss auch darauf hingewiesen werden, von seinen guten "Freunden" womöglich über die vielen, vielen geschaffenen Arbeitsplätze durch die Panzerproduktion bewusst getäuscht zu werden. Rangieren die offiziellen KMW-Angaben zwischen 3.500 und 4.000 Mitarbeitern, so wird in internen Stellenanzeigen die Zahl 2.500 herumgereicht.