Infames Zeigen

Am Samstag abend fand im Rahmen der 7. Berlin Biennale unter dem Titel "Wann darf das Kanzleramt angezündet werden? Die KMW-Eigentümer und ihre Schwierigkeiten mit der Kunst" vor über 200 Zuhörern ein Podiumsgespräch mit der Kunsthistorikerin Dr. Carolin Behrmann (MPI Florenz, HU Berlin), dem renommierten Friedensforscher Otfried Nassauer (BITS), dem investigativen Journalisten Alexander Bühler (NZZ, Die Zeit, Cicero) und Philipp Ruch statt.

Im Einführungsvortrag "Infames Zeigen. Zur Pädagogik der Scham" präsentierte Carolin Behrmann historisches Material, welches das Zentrum für Politische Schönheit in den Aktionen entweder benutzt oder die aufzuschliessen vermögen, was derzeit gegen einen der schlimmsten Waffendeals geschieht. Behrmann zeigte sich überzeugt, dass die Kunst mehr dürfen können muss als etwa der Journalismus und dass im vorliegenden Fall die Personen es sich sogar gefallen lassen müssten, "visuell geschändet" zu werden, zumal das Recht auf Schandbilder zwischen Neuzeit und Moderne untergegangen sei. Bühler betonte die Durchschnittlichkeit der Eigentümer und erläuterte die "neue" Strategie der Bundesregierung vermeintlich "stabiler" Partnerschaften. Nassauer demontierte die von KMW und den Eigentümern vorgetragene Argumentation, die Bundesregierung zwinge sie zu einem Deal der Extraklasse. Weniger als 20 % aller Waffengeschäfte, so Naussauer, seien von der deutschen Bundesregierung eingefädelt. Ruch verwehrte sich dagegen, die Eigentümer anzuprangern: "Wir wollen sie nicht an den Pranger stellen, sondern ins Gefängnis bringen." AUS RECHTLICHEN GRÜNDEN FEHLT HIER EIN SATZ. Die KMW-Eigner befänden sich in der unangenehmen Lage wieder, entweder ihrer Verantwortung nachzukommen oder aber "öffentlich ihr wahres Gesicht absoluter Verantwortungslosigkeit und Doppelzüngigkeit" zu zeigen.

Die Aufzeichnung reichen wir in den kommenden Tagen nach.