ACHTUNG: FAHNDUNG EINGESTELLT

Burkhart Braunbehrens wurde wegen guter Führung aus der symbolischen Haft entlassen. Als Eigentümer handelte er zwar bis 2012 vollkommen verantwortungslos, ist nun aber im Begriff, einen Akt politischer Schönheit zu begehen und seine politische Verantwortung als Waffenhändler wiederzufinden.

Der Künstler

 

Burkhart von Braunbehrens

Wer ist das?
 
Burkhart von Braunbehrens war einer der führenden Köpfe der 68er-Bewegung in Heidelberg (SDS-Vorstandsmitglied, AstA-Referent und Mitglied im Kommunistischen Bund Westdeutschlands). Er protestierte gegen den Vietnamkrieg und wurde im Zuge von Ausschreitungen nach dem Besuch des US-Verteidigungsministers Robert McNamara 1970 in Deutschland ("Cabora-Bassa-Demonstration") festgenommen und zu einer Gefängnisstrafe auf Bewährung verurteilt.
 
Das Studium (Soziologie, Romanistik, Kunstgeschichte) schließt er nach zehn Jahren ab, schreibt bis 1975 in loser Folge für die Kommunistische Volkszeitung und wechselt 1976 ganz ins Proletariat („Industriearbeiter, Betriebsrat, Umschulung zum Offsetdrucker“), bevor er als Maler 1985 „freischaffend“ wird. Freischaffend bedeutet, dass er sich seither in ein Atelier auf dem Areal einer alten Papierfabrik in Ebertsheim zurückgezogen hat und beginnt, Blumen zu malen: „Blumen male ich schon seit meiner Kindheit. […] Ein Blumenbild steht immer in der unmöglichen Konkurrenz zu den Blumen im Garten oder in der Vase. […] Blumenbilder sollten für mich das Moment der Vergänglichkeit, das Verweile doch Du bist so schön haben.”
 
Zum stolzen KMW-Besitzer wird er, bedingt durch die Revoluzzer-Karriere, erst im November 2008. Der Fachzeitschrift Capital gegenüber gibt er darauf zu verstehen: „Ich persönlich hätte nichts dagegen, wenn unsere Familie die Anteile verkauft“. Aber das sei schwierig und daher nicht aktuell (23.6.10). Den Gesellschafterversammlungen seines Waffenunternehmens will er nach eigenem Bekunden „immer“ ferngeblieben sein. Aber 2010 taucht er sogar als gewähltes Mitglied des Gesellschaftsrates – nicht nur als Mitglied der Gesellschafterversammlung – im Geschäftsbericht von KMW auf. In den Archiven der großen deutschen Zeitungen finden sich unter seinem Namen zahllose wutbürgerische Leserbriefe.
 

Reaktionen

Im Zuge unserer Aktion hat er sich mehrfach erklärt: ZDFWDRDIE ZEIT | Facebook. Weil er das Schweigen der Waffenhandelbranche brach, um sich gegen unsere Aktion zu wehren (nicht: weil er Kritik an KMW übte, wie später fälschlicherweise vermeldet wurde), wurde Burkhart aus Aufsichts- und Gesellschaftsrat rausgeschmissen. Ein Machtkampf zwischen der Familie von Braunbehrens und Bode entbrannte. Dem Stern gegenüber verlautbarte Burkhart sogar, den Waffendeal mit Saudi-Arabien stoppen zu wollen. Das ist seine bislang dreisteste Lüge im Werbefeldzug für sich selbst. Seinen Worten sind seit Sommer 2012 keinerlei Taten gefolgt, sondern nur große Worte.

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