Neues von der investigativen Front

Das Nachrichtenmagazin FOCUS hat unter kräftiger Mithilfe unserer besten Informanten die siebenseitige Geschichte über den Bode-Clan endlich online gestellt. Bislang gab es zu dem Clan aus Kassel nur den Capital-Artikel von 2010. Wichtigste Information (neben dem Griechenland-Scherbenhaufen von Manfred Bode mit über 1,7 Milliarden Euro Schulden) dürfte sein, dass das Unternehmen offenbar still und heimlich an die Söhne von Manfred Bode, Stephan Bode (Schleifring) und Felix Bode (Wegmann Automotive) mit abenteuerlich klingenden Firmenkonstruktionen in Österreich übergehen soll:

Der erste Schritt der Übergabe scheint nun gemacht. Natürlich ganz diskret, wie aus FOCUS vorliegenden Firmenunterlagen hervorgeht. Bei der Wegmann & Co. Unternehmens-Holding, der Beteiligungsdrehscheibe der Firmengruppe, schieden demnach Manfred und Wolfgang Bode als Gesellschafter aus. Die Anteile übernahm zunächst eine neu gegründete Wegmann Holding Verwaltungs GmbH in Wien, die diese derzeit an eine ebenfalls neu initiierte Wegmann Beteiligungs GbR in Kassel weiterreicht. Eine GbR, eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts, ist nicht offenlegungspflich- tig. Wer in ihrem Imperium nun das Sagen hat, muss die Familie nicht kundtun. Die Geschäftsführer der Wiener GmbH immerhin lassen sich ermitteln: Stephan und Felix Bode sowie KMW-Chef Frank Haun. Hat das Trio auch die Gesamtverantwortung in der Firmengruppe?

Die beste Stelle aber ist ein Telefongespräch zwischen den Focus-Journalisten und Firmenpatriarch und Waldorfschüler Manfred Bode: 

Ein Anruf bei Clan-Chef Manfred Bode unter seiner Geheimnummer:„Guten Tag, Herr Bode, hier ist das Nachrichtenmagazin FOCUS . . .“ - „Sie bohren schon bei über 20 Leuten.“ - „Wir bohren nicht, wir haben Fragen.“ - „Ich gebe grundsätzlich keine Interviews und beantworte keine Fragen.“ - „Es geht um die GbR und die Übernahme durch ihre Söhne . . .“ - „Ich beantworte grundsätzlich keine Fragen und gebe keine Interviews.“ - „Wir haben uns auch an die Firma gewandt, aber die ist nicht bereit . . .“ - „Das ist Sache der Firma und hat mit mir nichts zu tun. Danke.“

Die Süddeutsche Zeitung berichtete gestern erfreulich ausführlich darüber, was wir nur vom Hörensagen kannten: dass unsere Aktion die Waffenschmiede in helle Aufruhr versetzt hat: "Seitdem gibt es viele Krisengespräche in der Rüstungsfirma". Ein Insider steckte der SZ über die Eigner: "Sie haben sich aus allen operativen Angelegenheiten rausgehalten und still ihre jährliche Ausschüttung kassiert." Über Burkhart meint ein Beobachter: "Von Braunbehrens hat Angst bekommen, als er sein Konterfei auf der Homepage der Panzergegner gesehen hat".

Das ARD-Magazin Monitor bestätigte gestern nochmals das Novum eines offen ausgetragenen Machtkampfes innerhalb der deutschen Waffenindustrie: