In uneigener Sache: Der neue Zebra 3 A7-

Im Laufe einer Aktion verfangen sich im Netz immer mal wieder Missverständnisse. Da das Zentrum für Politische Schönheit zur Zeit allerdings einigen Interessengruppen und Besitzstandswahrern in die gut ausgestattete Parade fährt, wächst die Zahl der Versuche, Fakten zu verwaschen und unser Kunstwerk zu diskreditieren. Wir möchten ausdrücklich dazu ermutigen, damit weiterzumachen! Auf diese Weise bekommen wir nämlich die Möglichkeit, einen Überblick darüber zu erhalten, wo die Unterstützer des KMW-Clans auf politischer Bühne sitzen. In Kürze werden wir hierzu pikante Erkenntnisse präsentieren. Wir möchten zunächst auf drei besagte Missverständnisse eingehen:

„D“ wie Denunziation: Viele bezeichnen unser Kunstwerk als Kampagne zur „Denunziation“. Wir weisen diesen Vorwurf entschieden von der Hand, insbesondere wegen seiner Assoziationen mit Unrechtsregimen wie der NS-Zeit oder der DDR. Wir wollen hier aus dem Wikipedia-Artikel zu „Denunziation“ zitieren: „Im ethischen Sinn wird allgemein von Denunziation gesprochen, wenn in einem nicht freiheitlichen System Menschen bei staatlichen Vollzugsbehörden angezeigt werden, obwohl dem Anzeigenden klar sein muss, dass er sie damit der Gefahr der politisch motivierten Verfolgung aussetzt (siehe z. B. Heimtückegesetz).“ Wir halten fest: nirgends darf sich ein Rechtsstaat derart viel einbilden wie in Deutschland. Wir leben in einem System mit den größtmöglichen politischen Freiheiten (insbesondere der Kunstfreiheit, wie man an uns selbst leicht erkennen kann; in den meisten anderen Staaten wären wir jetzt tot oder im Untergrund).
Interessant ist, was laut Wikipedia keine Denunziation ist: „Bei rechtmäßigen Anzeigen in den meisten Staaten bei bestimmungsgemäßer Gesetzesausübung spricht man deshalb nicht von Denunziation. Ebenfalls kein Denunziant ist, wer zur Abwehr von Gefahren für die Allgemeinheit oder einen Teil derselben bei Ämtern und Behörden auf einen Missstand hinweist.“ AUS RECHTLICHEN GRÜNDEN FEHLT HIER EIN SATZ.

„P“ wie Pranger: Manchem Debattierer stellt sich die Frage, wie es mit einem moralischen Anspruch zusammengeht, einen „modernen Pranger“ zu errichten. Hierzu ist darauf hinzuweisen, dass das ZPS keine Ansammlung von gesinnungsethischen Pseudo-Gutmenschen ist, sondern Künstler darstellt, die alle zur Verfügung stehenden künstlerischen Mittel möglichst öffentlichkeitswirksam in den Dienst eines konkreten Ziels stellen. Dabei kann es sein, dass etwa Provokation, künstlerische Verfremdung oder Überspitzung diesem Zweck dienlich sind – die einzigen Mittel, die man der finanziell und personell weitaus überlegenen Gruppe der Lobbyisten entgegenstellen kann.
In diesem Fall ist es nicht unser Ziel, die Reputation von einzelnen Personen zu beschädigen. Es wurden nur öffentlich zugängliche Informationen (siehe Handelsregister) zusammengetragen, wodurch falsche Reputationen automatisch verschwanden. Ansonsten müsste auch vom Handelsregisterpranger die Rede sein. Wird der durch und durch schändliche Deal abgeblasen, dürfen die KMW-Eigner auch wieder unbehelligt ihre Vita verschleiern.

„P“ wie Pazifismus: Verwirrte Zungen mokieren, das ZPS würde sich selbst widersprechen, wenn es einerseits gegen Waffenlieferungen agitiere und andererseits, wie im Hinblick auf die Vorkommnisse während des Bosnienkrieges, für militärische Interventionen plädiere. Dies sei unpazifistisch. Das ZPS gehört aber gar nicht zur pazifistischen Friedensbewegung, sondern tritt für die entschiedene, wenn nötig auch von den Vereinten Nationen legitimierte, militärische Durchsetzung der Menschenrechte ein. Das Völkerrecht braucht ein Schwert! Das ZPS hätte zum Beispiel nichts dagegen, wenn „Krauss-Maffei Wegman“ einen Panzer bauen würde, der im Gegensatz zum „Leopard 2 A7+“ nicht für die Aufstandsbekämpfung im Häuserkampf, sondern für den Kampf der Aufständigen gegen die machthabenden Diktaturen konstruiert wäre (Namensvorschlag: „Zebra 3 A7-“ oder „Maulwurf 5 B2“). Es ist kein Widerspruch, wie damals in Srebrenica oder aktuell in Syrien, einer militärischen Unterstützung der Unterdrückten und Entrechteten das Wort zu reden und gleichzeitig eine Waffenlieferung an Unterdrücker zu bekämpfen. Wenn etwa von Braunbehrens darin einen Widerspruch ausmachen will, täuscht er sich. Wir werfen ihm vor, dass er in Srebrenica an die Serben geliefert hätte, so wie er heute an die Saudi-Diktatoren liefern will.

"K" wie Kopfgeld: In vielen Presseartikeln ist davon die Rede, wir hätten auf die Familien Bode und Braunbehrens ein "Kopfgeld" ausgesetzt. AUS RECHTLICHEN GRÜNDEN FEHLT HIER EIN SATZ. Dem ist nicht so: Wir haben uns seit der ersten "Werkschau" gegen diese inkriminierende Sprachregelung verwehrt (wie Sie z.B. hier nachlesen können).

"S" wie Selbstjustiz: Wir bevorzugen den philosophischen Fachbegriff der Selbsthilfe. Das Zentrum für Politische Schönheit denkt seit Jahren darüber nach, wie nichtstaatliche Mittel zur Durchsetzung der Menschenrechte genutzt werden können. Wenn eine Person auf dem Territorium der Bundesrepublik versuchte, 270 Maschinengewehre an einer Strassenecke zu verkaufen, würde sie auf Jahrzehnte eingesperrt. Versuchen 38 Personen gewerbsmässig 270 High-Tech-Kampfpanzer an eine der schlimmsten Diktaturen der Welt zu verkaufen, verfällt der deutsche Rechtsstaat in Tiefschlaf: selbst nach der Strafanzeige eines Bundestagsabgeordneten wurde der Generalbundesanwalt nicht tätig. Auf unsere Anfrage dauerte es geschlagene drei Wochen, bis wir die Antwort erhielten, die Anzeige von MdB Volker Beck sei dort nie eingegangen (die Staatsanwaltschaft München behielt sie offenbar lieber in der Schublade). AUS RECHTLICHEN GRÜNDEN FEHLT HIER EIN SATZ. Nachdem alle konventionellen Protestformen versagt und die Eigentümer sich selbst als Opfer ihres Besitzes sehen ("Alles was du besitzt besitzt irgendwann dich"), können nur noch Gott oder Kunst weiterhelfen.