Brisantes Material zu Volkmar von Braunbehrens aufgetaucht

Was unser Wühlunternehmen derzeit alles zutage fördert: bislang sind 52 Hinweise über die Eigentümerinnen und Eigentümer von KMW eingegangen, AUS RECHTLICHEN GRÜNDEN FEHLT HIER EIN NEBENSATZ.. Dass in den Eignern viel ‚deutsche Geschichte’ steckt, demonstriert z.B. Volkmar von Braunbehrens. VvB (so unser internes Fahndungskürzel) gehörte ebenfalls zur Führungsriege der Studentenbewegung von 1968.
Nach der Eskalation der Demonstrationen anlässlich des Schahbesuches in Berlin und der Erschießung Benno Ohnesorgs setzte das Berliner Parlament einen Untersuchungsausschuss ein, der nicht grundlos auch Volkmar von Braunbehrens vorlud. Das Protokoll der Sitzung wurde uns von einem Informanten zugespielt. Eine Kostprobe:

Werth: Wie weit sind Sie der Auffassung, daß über bestehende Ordnungen bei Demonstrationen oder bei Veranstaltungen innerhalb der Universität hinweggegangen werden kann, ohne daß man sich dadurch strafwürdig macht?

Braunbehrens: Über diese Sachen braucht es keine Vereinbarung zwischen den Gruppen –

Werth: Nein, nein, ich möchte jetzt Ihre Meinung wissen. [...]

B: [...] Wenn es um die Frage geht: Demonstrationsrecht oder den grünen Rasen kaputtzumachen, dann würde ich auf Kosten des höher zu schätzenden Demonstrationsrechts notfalls in Kauf nehmen, daß ein Rasen kaputtgeht. [...]

Werth: Die Demonstration hat doch wohl irgendwelche Grenzen, oder woraus entnehmen Sie, daß sich die Demonstration über alles hinwegsetzen darf?

B: Eine friedliche Demonstration, die sich zu einem Sit-in in einer Halle zusammenfindet, argumentiert und diskutiert –

Werth: Gegen den Willen des Hausherrn?

B: Gegen den Willen des Hausherrn. – Eine Demonstration also –

Werth: Ist zulässig? [...]

B: Wenn es keine anderen Mittel gibt, die Universität z.B. dazu zu bringen, über gewisse Dinge zu verhandeln oder ähnliches, dann ist das manchmal notwendig. [...]

B: Wenn Rollkommandos kommen und drinnen auf irgendwelche Leute tätlich vorgehen, dann würde ich mich natürlich in irgendeiner Weise zur Wehr zu setzen versuchen.

Das Protokoll kann hier heruntergeladen werden. Interessant sind diese Aussagen nicht nur, weil sie auf die Bedeutung von Volkmar von Braunbehrens, langjähriges Vorstandsmitglied der Humanistischen Union, für die frühe 68er-Bewegung hinweisen, sondern auch, weil er in der Rolle des "Hausherren" des besetzten Hauses Freien Antonia im Jahre 2009 in Freiburg 45 Strafanzeigen stellte und die Rollkommandos gegen friedliche Sit-Ins kommen liess.

Update: Für interessierte Journalisten; das Verhör vom 1. Februar 1968 wurde auch im Radio übertragen. Die Bänder lagern beim SFB.