Bundestagsabgeordneter Uhl wird "aktiv"

Der Bundestagsabgeordnete Hans-Peter Uhl (CSU), bekannt für seine grenzwertigen Verstrickungen mit dem Panzerkonzern Krauss-Maffei Wegmann (das Münchner Werk befindet sich in seinem Wahlkreis), setzt derzeit offenbar alle Hebel in Bewegung, um unsere Aktion zu behindern. Da er nichts findet, gegen das er direkt vorgehen kann, versucht er es über zwei Bundesministerien, die unsere künstlerischen Arbeiten in der Vergangenheit mittelbar gefördert haben. Diese erhielten jetzt über die Parlamentarischen Staatssekretäre die höchste Form des politischen Aktivismus in Deutschland, eine "Anfrage" von MdB Uhl, ob sie (sinngemäß) noch alle Tassen im Schrank hätten, KMW-Gegner zu fördern. Seither hagelt es panikartige Anrufe aus den betroffenen Ministerien, wir mögen Sie von unserer Webseite entfernen. So schreibt heute morgen eine Dame aus dem Referat K3 ("Internet, Soziale Medien, Bürgerkommunikation") des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ):

Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Frau Gudrun Kopp, erhielt eine Anfrage eines Bundestagskollegen nach dem Nennungszusammenhang des BMZ auf der Internetseite des Zentrums für Politische Schönheit. Wie Sie bestätigen konnten, besteht zwischen dem BMZ und dem ZPS kein direkter (Förder-) Zusammenhang. [...] Vor diesem Hintergrund möchten wir Sie im Auftrag von Frau PStS´in Kopp darum bitten, das BMZ von der Website des ZPS zu streichen. Bitte geben Sie kurz Bescheid, wenn die Umsetzung erfolgt ist. Wir danken Ihnen vielmals für Ihr Verständnis und verbleiben

Update 1: ein Leser machte uns darauf aufmerksam, dass Frau Gudrun Kopp für die FDP im Bundestag sitzt und am 8. Juli 2011 gegen alle drei Anträge zur Verhinderung des Waffendeals gestimmt hat.
Update 2: Gudrun Kopp musste sich auf abgeordnetenwatch.de inzwischen zu dem Vorfall äussern. 
Update 3: Auch das Familienministerium hat auf Intervention von Hans-Peter Uhl in einem Brief um die Streichung des Namens als Förderer gebeten.

Auch das Bundesfamilienministerium drängt derzeit darauf, nicht länger als Förderer der politischen Schönheit aufzutreten. Hans-Peter Uhl, Bundestags-Hinterbänkler, aber wichtiger Mann in Sachen Verteidigung des Milliardendeals (neben Florian Hahn und Martin Lindner), hatte im Juli letzten Jahres bei Anne Will die Debatte als "Hochamt der Heuchelei, hysterisch inszeniert" bezeichnet und musste sich damals schon anhören, ein Agent von KMW zu sein. Auf eine Bürgernachfrage, ob er befürchte, der Leopard 2 könnte zur Aufstandsbekämpfung eingesetzt werden, antwortet Uhl allen Ernstes:

In Saudi-Arabien liegen die Menschenrechte zwar in vielerlei Hinsicht im Argen. Es ist jedoch nicht erkennbar, dass militärische Mittel gegen friedliche Demonstranten eingesetzt werden. 

Damit täuscht Uhl (wie zuletzt schon MdB Florian Hahn) die deutsche Öffentlichkeit darüber, dass [a] der Leopard 2A7+ zur direkten Aufstandsbekämpfung entwickelt wurde und [b] saudische Panzer im Nachbarstaat Bahrain demokratische Bewegungen mit Panzern bekämpfen. Herr Uhl muss auch darauf hingewiesen werden, von seinen guten "Freunden" womöglich über die vielen, vielen geschaffenen Arbeitsplätze durch die Panzerproduktion bewusst getäuscht zu werden. Rangieren die offiziellen KMW-Angaben zwischen 3.500 und 4.000 Mitarbeitern, so wird in internen Stellenanzeigen die Zahl 2.500 herumgereicht.